An der CDU kommt keiner vorbei

Christdemokraten bleiben stärkste Kraft im Kreis, AfD auf Platz drei – Mattfeldt und Hocker nun in Berlin

Landkreis Verden. Die CDU hat sich als stärkste Kraft bei der Bundestagswahl durchgesetzt – und dieses Ergebnis spiegelt sich auch im Landkreis Verden wider. Die CDU landete laut vorläufigem Endergebnis bei 35,5 Prozent. Die SPD ist mit 26 Prozent zweitstärkste Kraft. Die AfD landete bei 9,7 Prozent und ließ dabei etablierte Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen (9,5 Prozent) und die FDP (9,1 Prozent) hinter sich. Die Wahlbeteiligung im Kreis Verden lag bei 77,7 Prozent. Grund zum Jubeln hatte am Sonntagabend Andreas Mattfeldt, der Direktkandidat der CDU. Er konnte im Wahlkreis Osterholz-Verden die meisten Stimmen auf sich vereinen und zieht somit erneut direkt in den Bundestag ein. Er ließ dabei Christina Jantz-Herrmann von der SPD hinter sich. Ob sie den Einzug in den Bundestag erneut geschafft hat, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Neues Mitglied des Bundestages ist aber Gero Hocker (FDP). Der Achimer hat laut eigenen Angaben den Sprung über den Listenplatz 4 in den Bundestag geschafft.

Verden: Die Ergebnisse auf Bundesebene spiegeln sich auch in der Stadt Verden wider. Die CDU ist bei den Zweitstimmen stärkste Partei, musste aber im Vergleich zu 2013 empfindliche Verluste von knapp acht Prozent hinnehmen. Die SPD kommt auf 26,2 Prozent, das sind 5,5 Prozent weniger als vor vier Jahren. Die AfD legt um 7,2 Prozent zu und wird mit 10,9 Prozent drittstärkste Partei. Die FDP kommt auf 9,2 Prozent und kann ihr Ergebnis von 2013 (vier Prozent) mehr als verdoppeln. Die Grünen können mit zehn Prozent der Zweitstimmen leicht zulegen, die Linke kommt auf 6,5 Prozent (2013: 5,4 Prozent). Die Wahlbeteiligung in der Stadt Verden liegt bei 74 Prozent. Bei den Erststimmen verliert Andreas Mattfeldt (CDU) zwar sieben Prozent im Vergleich zu 2013, gewinnt aber den Wahlkreis deutlich vor Christina Jantz-Hermann, die 32,9 Prozent der Erststimmen holt. SPD-Urgestein Jutta Sodys bedauerte das schlechte Abschneiden ihrer Partei. Christina Jantz-Hermann habe „einen hervorragenden“ Wahlkampf gemacht. CDU-Kreisgeschäftsführer Jens Richter sprach von empfindlichen Verlusten für die beiden großen Parteien. Allerdings sei es viel leichter aus der Opposition zu kritisieren als selbst in der Regierung Entscheidungen zu treffen.

Kirchlinteln: In der Gemeinde Kirchlinteln ist die CDU mit 40,1 Prozent stärkste Partei. Mit deutlichem Abstand kommt die SPD mit 24,1 Prozent der Zweitstimmen auf den zweiten Platz. AfD wird auch hier drittstärkste Kraft mit 9,7 Prozent, knapp dahinter liegen die Grüne mit 9,4 Prozent. 8,4 Prozent der Zweitstimmen entfallen auf die FDP, fünf Prozent auf die Linke. „Wir müssen nicht drumherum reden, es ist ein enttäuschendes Ergebnis“, kommentierte SPD-Landtagskandidatin Dörte Liebetruth aus Kirchlinteln das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl. Was bedeutet dies nun für die Niedersächsische Landtagswahl am 15. Oktober? „Im Land haben wir eine andere Ausgangslage als im Bund“, glaubt Liebetruth nicht an eine Signalwirkung für Hannover. In den kommenden drei Wochen wolle sie persönlich nun noch „eine Schippe drauf legen“ und an vielen Haustüren klingeln, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Ich spüre die Kampfeslust der Genossen vor Ort.“ In ihrer Heimatgemeinde Kirchlinteln lagen die Christdemokraten bei der Bundestagswahl allerdings deutlich vor der SPD.

Dörverden: Verdens CDU-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Adrian Mohr findet es „erstaunlich“, wie sehr die Groko (Große Koalition) in Berlin abgestraft und die politischen Ränder durch das Wahlergebnis gestärkt wurden. „Viele Menschen haben die AfD gewählt, aber die Partei hat kein vernünftiges Programm und kein vernünftiges Personal“, sprach der Christdemokrat in diesem Zusammenhang von „Radikalen, Populisten und Sektierern in den Reihen der Alternative für Deutschland“. Im Hinblick auf das gute Abschneiden der AfD in seiner Heimatgemeinde Dörverden (11 Prozent bei den Erst- und Zweitstimmen) sagte er: „Die Landtagswahl wird nicht in der Westentasche von Angela Merkel gewonnen. Es wird ein kurzer, knackiger Wahlkampf. In den kommenden Wochen müssen wir nun als CDU unsere alte Anhängerschaft mobilisieren.“ Im Aller-Weser-Dreieck hatte sich die CDU mit 41 Prozent bei den Erststimmen vor den Sozialdemokraten mit 33 Prozent behauptet.

Achim: Ähnlich wie im gesamten Wahlkreis, ist auch in der Stadt Achim die CDU der deutliche Wahlsieger. Die Partei holte in der Weserstadt 34,9 Prozent der Zweitstimmen und verwies die SPD auf den zweiten Platz, die 26,1 Prozent holte. Als drittstärkste Kraft konnte sich mit 10,6 Prozent die FDP behaupten. Dicht gefolgt von einem Neuling im Deutschen Bundestag: der AfD. Sie holte in Achim 9,8 Prozent der Zweitstimmen. Grüne (8,8 Prozent) und Linke (6,5 Prozent) landeten auf den Plätzen fünf und sechs. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den Direktkandidaten. Andreas Mattfeldt holte mit recht deutlichem Abstand das Direktmandat in Achim und erhielt 39,3 Prozent der Erststimmen. Christina Jantz-Herrmann, Direktkandidatin der SPD, musste sich mit dem zweiten Platz und 30,7 Prozent zufriedengeben. Ihr folgte mit 8,7 Prozent der Stimmen Jochen Rohrberg von der AfD – mit geringem Abstand zum FDP-Kandidaten, Gero Hocker (8,3 Prozent). Hocker zeigte sich dennoch zufrieden mit seinem Ergebnis und kann über seinen Listenplatz in den Bundestag einziehen. „Es freut mich sehr, dass erstmals seit Karls Ravens wieder ein Achimer im Deutschen Bundestag sitzen wird“, sagte er.

Oyten: 36,4 Prozent zu 27 Prozent hieß es am Ende des Abends für die CDU in Oyten im Wettstreit mit der SPD. Die Christdemokraten verwiesen die Sozialdemokraten auch hier auf den zweiten Platz. Das Rennen um Platz drei entschied die Alternative für Deutschland für sich, indem sie 10,5 Prozent der Zweitstimmen holte. Mit 9,5 Prozent wurde die FDP von den Bürgern in Oyten gewählt. Die Grünen schafften es hier auf 7,6 Prozent, gefolgt von den Linken mit 6 Prozent. Der Wahlsieger bei den Direktkandidaten hieß indes auch in Oyten Andreas Mattfeldt. 41 Prozent der Stimmen fielen letztlich auf den CDU-Politiker aus Langwedel. Christina Jantz-Herrmann musste sich auch hier mit dem zweiten Platz und 31,8 Prozent der Stimmen zufrieden geben.


Ottersberg: Schwarz war auch in Ottersberg die dominierende Farbe des Wahlabends. Mit knapp zehn Prozent Vorsprung siegte die CDU vor der SPD. 32,6 Prozent der Zweitstimmen holten die Christdemokraten, die SPD schaffte es auf 22,8 Prozent. Als drittstärkste Kraft konnten sich die Grünen durchsetzen, die 14,7 Prozent der Wählerstimmen für sich erreichten. Gefolgt wurden sie von den Linken (9,1 Prozent) und der FDP (8 Prozent). Die AfD hingegen schaffte es hier nur auf den fünften Platz und erhielt 7,6 Prozent der Zweitstimmen.

Langwedel: Einen deutlichen Sieger hat der Wahlabend auch im Flecken Langwedel hervorgebracht. Hier konnte die CDU mit 36 Prozent das beste Ergebnis bei der Zweitstimme erzielen. Dahinter folgte die SPD mit 29,6 Prozent. Dahinter klafft ein großes Loch. Wie bei dem Ergebnis auf Bundesebene kommt aber auch hier die AfD als drittstärkste Partei mit einem Ergebnis von 8,9 Prozent, dahinter konnte sich Bündnis90/Die Grünen mit 8,7 Prozent positionieren. Mit einem weitaus deutlicherem Vorsprung hat sich Andreas Mattfeldt von der CDU bei den Direktkandidaten durchgesetzt. Auf ihn entfielen insgesamt 49,2 Prozent. Auf Platz zwei landete Christina Jantz-Herrmann (SPD), die 29,3 Prozent der Stimmen holte. Das drittbeste Ergebnis erzielte Jochen Rohrberg von der AfD mit 7,3 Prozent vor Monika Geils (Bündnis90/Die Grünen), die bei 5,2 Prozent landete.

Samtgemeinde Thedinghausen: Mit Abstand die meisten Stimmen hat in der Samtgemeinde Thedinghausen die CDU geholt. Auf die Christdemokraten entfielen bei der Zweitstimme 38,4 Prozent. Die SPD holte insgesamt 23,4 Prozent. Einen Zweikampf um den Platz als drittstärkste Kraft lieferten sich lange die FDP und Bündnis90/Die Grünen. Letztlich landete die Grünen mit 10 Prozent knapp vor den Liberalen (9,9 Prozent). Die AfD holte in der Samtgemeinde 8,3 Prozent und wurde damit fünftstärkste Partei. Ähnlich deutlich fiel auch das Ergebnis bei der Erststimme aus. Auf den CDU-Kandidaten Andreas Mattfeldt aus Langwedel entfielen mit 44,5 Prozent die meisten Stimmen. Christina Jantz-Herrmann von der SPD holte 28,8 Prozent. Jochen Rohrberg (AfD) und Monika Geils (Bündnis90/Die Grünen) durfte sich über 7,4 Prozent freuen. Gero Hocker von der FDP erlangte 5,9 Prozent.

aus Verdener Nachrichten vom 25.09.2017