Auf den Feldern wird als erstes autonom gefahren

Der Oytener Landtechnikhändler Mager und Wedemeyer hat sich seinen guten Ruf hart erarbeitet: 250 neue Traktoren und 150 Rad- oder Teleskoplader verkauft das Unternehmen an Kunden im In- und Ausland. Das wollte ich mir einmal genauer ansehen und habe das strategisch neu ausgerichtete Unternehmen und seinen neuen Gebrauchtmaschinenhandel gemeinsam mit meinem Landtagskollegen Axel Miesner, Bürgermeister Manfred Cordes und Wirtschaftsförderer Axel Junge besucht. Seit 1987 hat der 118 Jahre alte Betrieb seinen Hauptsitz im Oytener Gewerbegebiet. Heute macht er mit 170 Mitarbeitern und fünf Filialen einen Umsatz von 80 Millionen Euro.

Der Wandel in der Landwirtschaft hat auch den Bereich der Landtechnik erheblich durcheinandergewirbelt, weiß ich um die enormen Herausforderungen der Branche. Wo früher nur ein Schlepper oder Heuwender gekauft wurde, geht es heute um aufwendige und oft computergestützte Systemlösungen, deren Einrichtung, Anpassung und Instandhaltung als Dienstleistung verkauft werden. Ein gutes Beispiel dafür sind das zentimetergenaue autonome Pflügen, Säen und die Düngerausbringung. Hier wird deutlich, dass auf den Feldern schon lange autonom gefahren wird, bevor es die Autos auf der Straße tun. Die Branche ist sehr innovationsfreudig.

Gerade für solche spezifischen Anwendungsgebiete in der Landwirtschaft sollten die Unternehmen auch eine Förderung ihrer Neuentwicklungen durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundes prüfen. Ich rate allen Interessierten, sich die schlanken Anforderungen dieses Programmes einmal genauer anzusehen. Bei Bedarf vermittle ich als zuständiger Berichterstatter des Haushaltsausschusses gerne die richtigen Kontakte ins Bundeswirtschaftsministerium.

Mager und Wedemeyer hat für seine Kunden autonom fahrender Fahrzeuge eine besondere Lösung: Zusätzlich zum gängigen GPS (Global Positioning System)-Signal bedient sich diese eines bodengestützten Lenksystem-Signals. Mit Hilfe beider Signale sind die Fahrzeuge in der Lage, auf ein bis zwei Zentimeter genau eine vorgezeichnete Route immer wieder abzufahren. Das wird heute auch von kleineren Landwirtschaften gewinnbringend eingesetzt. Es hilft unter anderem, Düngemitteln so genau wie möglich auszubringen und die Gesamtmenge zu reduzieren.“ Solche Produkte sind eine echte Hilfe für die durch die vielfältigen behördlichen Anforderungen wie die Düngemittelverordnung gebeutelten Landwirte.