15-jähriger Achimer „Botschafter“ in den USA

Großes Los für Malte Vömel beim Parlamentarischen Patenschaftsprogramm

Von Anne Schmidtke ACHIM. „Ich habe meine einmalige Chance genutzt“, erklärt der 15-jährige Malte Vömel, der am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages und des Kongresses der Vereinigten Staaten teilnimmt. Bereits in ein paar Wochen fliegt der Achimer als junger Botschafter nach Rhode Island (USA), um innerhalb eines Jahres sein Englisch zu verbessern, die amerikanische Kultur näher kennen zu lernen, neue Freundschaften zu schließen und die Bundesrepublik gebührend zu vertreten.

Vor dem Erhalt des Stipendiums musste der Gymnasiast allerdings einige Prüfungen über sich ergehen lassen. Nachdem er seine Bewerbungskarte der zuständigen Austauschorganisation zukommen ließ und anschließend die erhaltenen Unterlagen vollständig ausgefüllt zurückgesendet hatte, führte die Institution „ASF Interkulturelle Begegnungen e.V.“ ein Vorauswahlverfahren durch, das unter anderem einen politischen Test beinhaltete. Anschließend legten die Mitarbeiter der Austauschorganisation dem am Programm beteiligten Abgeordneten, in diesem Fall dem CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt (Langwedel) eine Liste mit den fünf geeignetsten Bewerberinnen und Bewerbern vor. Der Politiker lud die Jugendlichen zu einem Vorstellungsgespräch ein.

„In diesem Jahr waren die Schüler alle so gut, dass ich hätte losen können“, strahlt der 41-Jährige. Malte habe nur knapp in zwei, drei Aspekten die Nase vorne gehabt. Ein ausschlaggebender Punkt sei die bisherige Schullaufbahn des 15-Jährigen gewesen. Nach der Grundschule hatte der begeisterte Basketballspieler eine Realschulempfehlung bekommen. In der entsprechenden Lehranstalt war er allerdings unterfordert, so dass er ziemlich schnell auf das Gymnasium am Markt wechselte. „Ich war selbst überrascht, wie gut der Start dort geklappt hat“, sagt der Pennäler. Sein Schwerpunkt liegt in den Naturwissenschaften. Schließlich träumt er davon, später bei dem Flugzeughersteller Airbus zu arbeiten. PPP kann ihm dabei helfen, da die Stipendiaten nach ihrem Auslandsaufenthalt ein Empfehlungsschreiben erhalten, auf dem unter anderem der Bundesadler abgedruckt ist. „Das Schriftstück kann Türen öffnen“, weiß Andreas Mattfeldt, der während des Austauschjahres die Patenschaft für Malte Vömel übernehmen wird. Der Bundestagsabgeordnete bedauert, als Jugendlicher aus finanziellen Gründen nie die Möglichkeit gehabt zu haben, für längere Zeit in einen anderen Staat zu gehen.

Der junge Achimer bekommt t seinen einjährigen Besuch in den USA fast komplett bezahlt.Am 11. August startet der Gymnasiast nach East Greenwich. Dort angekommen, wird er seine Gastfamilie näher kennen lernen. Gastschwester Megan nimmt zum Beispiel zurzeit gerade am entgegengesetzten PPP-Programm teil und weilt in Stuttgart. „Obwohl sie inzwischen ziemlich gut Deutsch kann, werden wir uns drüben auf Englisch unterhalten. Schließlich bin ich hauptsächlich deswegen da“, erklärt Malte Vömel, der sich besonders auf einen seiner Gastbrüder freut, da dieser gleich alt und genauso sportlich ist, wie er. Sein Gastvater hat versprochen, ihm das Surfen beizubringen. Vor dem Abflug gibt er für seine Familie und seine Freunde noch eine Abschiedsparty. „Ich bin eingeladen“, freut sich Andreas Mattfeldt, der sich darüber im Klaren ist, dass sein „Patenkind“ viel erwachsener und selbstständiger wiederkommen wird, als er es ohnehin schon ist.
© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft
 

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