Verteidigungsfähigkeit stärken: Zu Besuch bei Deutschlands Rüstungsunternehmen

20. Oktober 2026
Pressespiegel

Deutschland verfügt über leistungsfähige Rüstungsunternehmen, innovative Technologien und hervorragend ausgebildete Fachkräfte. Bei meinen Besuchen bei Hensoldt, Rohde & Schwarz, KNDS und ARX Robotics habe ich mich persönlich persönlich davon überzeugen. Gleichzeitig wurde deutlich: Wir müssen bei der Beschaffung für unsere Bundeswehr erheblich schneller werden.

Als Hauptberichterstatter für den Verteidigungshaushalt ist es mir wichtig, nicht nur in Berlin über Milliardenbeträge und Beschaffungsprogramme zu entscheiden, sondern mir auch vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Denn die finanziellen Voraussetzungen für eine leistungsfähige Bundeswehr haben wir im Bundestag geschaffen. Jetzt muss das Geld möglichst schnell in konkrete militärische Fähigkeiten umgesetzt werden.

Bei Hensoldt standen modernste Radar- und Sensortechnologien im Mittelpunkt. Das Unternehmen entwickelt Schlüsseltechnologien, um Bedrohungen zu Land, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum frühzeitig zu erkennen.

Rohde & Schwarz beeindruckte mich mit seiner technologischen Leistungsfähigkeit in der elektronischen Kampfführung und bei geschützter Kommunikation. Das Unternehmen investiert jährlich 15 bis 20 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Gerade bei diesen sicherheitsrelevanten Technologien müssen Deutschland und Europa unabhängiger von Drittstaaten werden.

Bei KNDS ging es um moderne gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriesysteme wie den Leopard 2, die Panzerhaubitze 2000 und die RCH 155. Entscheidend ist hier, dass wir nicht nur leistungsfähige Systeme entwickeln, sondern auch ausreichende Produktionskapazitäten, verlässliche Lieferketten und eine langfristige Versorgung unserer Streitkräfte sicherstellen.

Wie viel Innovationskraft in jungen Unternehmen steckt, zeigte mein Besuch bei ARX Robotics in München. Rund 400 unbemannte Bodensysteme des Unternehmens sind nach dessen Angaben bereits in der Ukraine im Einsatz. Bei der Bundeswehr sind es bislang gerade einmal zehn – zur Erprobung. Das verdeutlicht ein grundsätzliches Problem: Wir prüfen teilweise jahrelang Technologien, die sich andernorts bereits unter Einsatzbedingungen bewähren.

Mein Fazit: Gute Technologien allein reichen nicht. Wir müssen sie schneller und in ausreichender Stückzahl zur Truppe bringen. Dazu gehören kürzere Erprobungs- und Zulassungsverfahren, schnellere Beschaffungsentscheidungen und der Ausbau industrieller Produktionskapazitäten.

Für mich ist klar: Verteidigungsministerium, Bundeswehr, Beschaffungsamt und Industrie müssen enger zusammenarbeiten und mehr Verantwortung übernehmen.

Als verantwortlicher Haushälter für den Verteidigungsetat bleibt mein Anspruch: Unsere Bundeswehr muss schnell die Ausrüstung bekommen, die sie tatsächlich braucht – technologisch auf der Höhe der Zeit, in ausreichender Stückzahl und zum bestmöglichen Preis für die Steuerzahler.

Ich freue mich auf meine Besuche bei weiteren Partnern der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.