Alpha-E-Variante: Kritik an Aussage Brockmanns

Andreas MattfeldtMit Verwunderung haben Adrian Mohr und ich die Aussagen von SPD-Bürgermeister Lutz Brockmann und seine Forderung, dass nun die Bundes- und Landespolitiker für den Lärmschutz zu sorgen haben, wenn denn die Alpha-Variante der Bahn realisiert wird, zur Kenntnis genommen.

Die Alpha-E-Variante wurde sowohl von Lutz Brockmann, als auch von SPD-Landrat Peter Bohlmann und zahlreichen Bundes- und Landtagsabgeordneten unterstützt, obwohl sie die schlechteste aller Varianten für unseren Landkreis Verden ist. Für mich war es unverständlich, dass die kommunalen Parlamente und auch örtliche Abgeordnete die Initiative für die Alpha-Variante von Beginn an unterstützt und mit unterzeichnet haben. Auch ich wurde regelrecht, sowohl vom Landkreis als auch vom Dialogforum Schiene Nord, gedrängt, mit meiner Unterschrift die Alpha-Variante zu unterstützen.

Diese Unterschrift haben sowohl Adrian Mohr als auch ich nicht geleistet. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die unterstütze Variante eine erhebliche Lärmbelastung für die Anrainer bei uns vor Ort in der Region darstellen wird. Die im Abschlussdokument des Dialogforums geäußerte Erwartung eines über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus gehenden Lärmschutzes ist sicher ein schöner Beschluss, der aber finanziell nicht unterlegt ist. Wir haben gleich die Gefahr gesehen, dass unsere Region beim Lärmschutz hinten runter fällt!

Wir kritisieren ebenfalls das Dialogforum: Interessierte Abgeordnete waren leider bei den Dialogveranstaltungen ausdrücklich ausgeschlossen, von Dialogkultur war da nichts zu erkennen!

Wir geben außerdem zu bedenken, dass auch neue Bahnübergänge und Unterquerungen zu einem Drittel von den betroffenen Kommunen getragen werden müssen. Vor allem die Finanzierung von Lärmschutz und Bahnquerungen hätten von den Befürwortern dieser Variante mit thematisiert werden müssen. Im Abschlussdokument des Dialogforums – das sowohl Brockmann, Bohlmann und auch die Bundestagsabgeordnete Jantz-Hermann unterzeichnet haben – findet sich dazu leider nichts Konkretes.

Wie man so dilettantisch verhandeln kann und alle vertraglichen und politischen Spielregeln außer Acht lässt, ist uns schleierhaft. Derartige finanzielle Auswirkungen wie bei Lärmschutz und Bau von Bahnübergängen hätten von Beginn an verhandelt werden müssen. Nach der Unterzeichnung Hilfe zu rufen, dass andere es nun richten sollen, ist einfach amateurhaft. Wir hätten uns außerdem eine andere Vorgehensweise vom Verdener Bürgermeister gewünscht, als jetzt über die Presse um Unterstützung gebeten zu werden. Dies ist schon ein seltsamer Vorgang und scheint eher der bevorstehenden Kommunalwahl geschuldet zu sein.

Besonders der Lärmschutz ist für die Anwohner von enormer Wichtigkeit. Wir werden uns darum selbstverständlich trotzdem in Hannover und Berlin für die Menschen entlang der Bahnstrecke einsetzen und alles dafür tun, damit sie einen ausreichenden Lärmschutz erhalten und trotz erhöhten Zugaufkommens ihre Wohn- und Lebensqualität erhalten bleibt.

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