Aufbereiten oder in den Boden pumpen?

Lagerstättenwasser enthält Giftstoffe wie Quecksilber und Benzol, zudem weist es einen hohen Salzgehalt auf. Es wird bei der Erdgasgewinnung automatisch mitgefördert. Doch wie soll Lagerstättenwasser entsorgt werden? Der Kreisverdener Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) und die RWE Dea vertreten verschiedene Ansichten.
VON MICHAEL KERZEL

Langwedel. Laut dem Kreisverdener Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt (CDU) gibt es eine Möglichkeit, Erdgas umweltfreundlicher zu fördern, als das zur Zeit geschieht. Dabei geht es um die Entsorgung des stark salzhaltigen Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasgewinnung mitgefördert wird. Die Nehlsen AG, ein Unternehmen aus der Entsorgungsbranche mit Sitz in Bremen, testet ein Verfahren, Giftstoffe wie Quecksilber und Benzol auszufiltern und das Lagerstättenwasser soweit zu reinigen, dass es über ein Klärwerk in das Wassernetz eingeleitet werden kann.

„Dieses Methode sollte zukünftig bei allen Erdgasbohrungen angewendet werden“, meint Mattfeldt. Technisch möglich ist dieses Verfahren, sagt Nehlsen-Betriebsleiter Volker Winkelmann. Das Verfahren funktioniere bei Wasserproben im Labor und es sei denkbar, Anlagen für größere Mengen wie bei der Erdgasgewinnung zu entwickeln. „Man müsste die Technik anpassen und es gibt Grenzen beispielsweise beim Salzgehalt“, sagt Winkelmann. Die Größe des Klärwerks vor Ort sei entscheidend dafür, wie stark verdünnt das Lagerstättenwasser eingeleitet werden kann. Zudem müssten mehrere Behörden, unter anderem die Untere Wasserbehörde, Genehmigungen erteilen. „Wenn alle Einrichtungen sofort ihr Einverständnis geben, dauert es mindestens drei Monate“, sagt Winkelmann.
RWE Dea zieht Verpressung vor

Bislang wird das ungereinigte Wasser zurück in die Erde gepumpt: „Das ist eine ernstzunehmende Bedrohung für unser Grundwasser“, sagt Mattfeldt. Er hoffe, dass die Reinigung des Lagerstättenwassers vor der Verpressung in den Boden ebenso in den neuen Bundesgesetzentwurf aufgenommen werde wie die Beweislastumkehr im Bergschadensrecht. „Nur so kann in der Bevölkerung die Akzeptanz für Erdgasförderung bei uns in Deutschland erhalten werden“, sagt Mattfeldt. Als nicht ökologisch stuft der Sprecher der RWE Dea, Heinz Oberlach, die Reinigung vor Ort ein. In einer Studie sei auch dieses Verfahren getestet worden. Es habe aber nicht überzeugt „Es ist technisch möglich, aber man muss den sehr hohen Energieaufwand bedenken, der nötig ist, um das Lagerstättenwasser zu reinigen“, erklärt er. Zudem bestehe das Problem des sehr hohen Salzgehalts des Wasser. Dieses Salz bleibe nach der Reinigung über und müsse wiederum entsorgt werden. „Die Studie zur Entsorgung von Lagerstättenwasser hat ergeben, dass es am ökologischsten ist, das Wasser dorthin zu bringen, wo es herkommt“, sagt Oberlach.

Das wiederum kritisiert Mattfeldt. Er fordert ein Verbot für die Verpressung von Lagerstättenwasser, da dadurch das Trinkwasser gefährdet werde.

V N 14 06 24 RWE DEA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aus Verdener Nachrichten vom 24.06.2014

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