Beim Wasserstoff dürfen wir nicht zu klein denken – Unterstützung der nordwestdeutschen Initiative für energiesparende Erzeugung und bessere Markteinführung

Wasserstoff ist die Energie der Zukunft. Diese Energiequelle hilft nachhaltig den CO2-Ausstoß zu reduzieren, in dem es in Fahrzeugen Diesel und Benzin ersetzt, aber auch Kohle und Gas in Kraftwerken.  Heute wird sogenannter grüner Wasserstoff mit Hilfe regenerativer Energien, also Wind- oder Solarstrom gewonnen. Aber es geht deutlich besser.  Deshalb rege ich als  Bundestagsabgeordneter und im Haushaltsausschuss des Bundestages zuständiges Mitglied für den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung an, bewusst neue Wege zu gehen und sich den dazugehörigen Herausforderungen zu stellen.  Für die dahinter stehende Technologie und die erforderlichen Maßnahmen zur Marktdurchdringung dürfen wir nicht zu klein denken.

Wenn wir Wasserstoff beispielsweise mit Hilfe von Biomasse erzeugen, also Reststoffen, Borkenkäferholz oder Gülle, müssen wir viel weniger Energie einsetzen und können bei der Produktion entstehende Stoffe zusätzlich sinnvoll nutzen. Auf diese Weise könnten wir den Wirkungsgrad von bisher 20 Prozent auf zukunftsweisende 43 Prozent erhöhen. Das war auch Thema eines Gespräches, das ich mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe, Dr. Johannes Kirchhoff und dem CEO der Faun-Gruppe, Patrick Hermanspann, im Heilshorner Werk des Müllfahrzeug- und Kehrmaschienenherstellers geführt habe.

Die Faun-Entwicklungen der Bluepower-Serie  mit praxistauglichen Wasserstofffahrzeugen und deren Produktion findet weltweit Beachtung.

Gemeinsam mit potenten Partnern wie der Energieversorger-Tochter EWE-Netz, dem Stahlhersteller Arcelor-Mittal, dem Netztbetreiber TenneT und weiteren wichtigen Akteuren ist Faun Teil der regionalen Initiative „Der Norden für Wasserstoff“ im Rahmen des europäischen IPCEI-Projektes (Important Project of Common European Interest).

Ziel dieser Initiative ist es unter anderem, die Wasserstofferzeugung aus Reststoffen zur Serienreife zu bringen und unter anderem den Bremer Stahlwerken eine grüne Zukunft zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen in den nächsten sechs Jahren im Nordwesten Deutschlands parallel die entsprechende Wasserstoff-Tankstellen-Infrastruktur aufgebaut sowie 10.000 Wasserstofffahrzeuge in den Markt gebracht werden.

In meinem Gespräch mit den Faun- und Kirchhoff-Verantwortlichen habe ich deutlich gemacht, dass einem solchen richtungsweisenden Zukunftskonzept im Bereich der Energieerzeugung und Markteinführung das gesamte Förderpotential des Bundes zur Seite steht. Ein solches innovatives Vorhaben möchte ich bestmöglich unterstützen.

Wichtig ist mir dabei auch die Einbindung weiterer strategischer Partner, die für eine bessere Marktdurchdringung sorgen könnten.  Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Leuchtturm-Projekt das Henne-Ei-Problem beim Wasserstoff endlich lösen können, da zeitgleich Produktion, Tankstellennetz und Nutzerzahlen entwickelt und effizient umgesetzt werden.

Gerade im Nutzfahrzeugsektor ist der profitable Einsatz von Elektrofahrzeugen sehr begrenzt.  Die für hohe Reichweiten oder lange Einsatzzeiten erforderliche Batteriekapazität wiegt Tonnen und verringert gleichzeitig die Nutzlast erheblich.  Für eine LKW-Reichweite von nur 500 Kilometern würde ich fünf Tonnen schwere Akkus brauchen. Das macht weder wirtschaftlich noch ökologisch überhaupt keinen Sinn.

Es ist mir sehr wichtig, dass sich die Akteure in unserer Region des Nordwestens bewusst sind, vor welcher existenziellen Herausforderung wir hier stehen. Deshalb ermutige ich sie zu einem  Schulterschluss interessierter Unternehmen. Wir müssen hier vor Ort unsere Zukunft gestalten und der Bund wird dabei nach Kräften helfen.

Hintergrund IPCEI:

 IPCEI ist die Abkürzung für „Important Project of Common European Interest“. Dabei handelt es sich um ein transnationales, wichtiges Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse, das mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet. Ein IPCEI muss deshalb einen Beitrag zu den strategischen Zielen der Europäischen Union (EU) leisten, mit Partnern aus mehreren Mitgliedstaaten umgesetzt werden, eine Ko-Finanzierung durch die beteiligten Unternehmen/Einrichtungen vorsehen, positive Effekte in der gesamten Europäischen Union bewirken und sehr ehrgeizige Ziele in Bezug auf Forschung und Innovation verfolgen Das bedeutet, die Entwicklungsziele müssen deutlich über den internationalen Stand der Technik in dem betreffenden Sektor hinausgehen.

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