Besichtigung Flüchtlingsnotunterkunft Schwanewede

Mattfeldt in SchwanewedeAm 08.10 habe ich die Flüchtlingsnotunterkunft in der alten Kaserne in Schwanewede besichtigt. Um mir ein eigenes Bild von der Lage zu machen, war es mir besonders wichtig die Unterkunft persönlich anzuschauen und mit den Helfern vor Ort zu sprechen.

Betreiber der Einrichtung ist das Deutsche Rote Kreuz. Die Leitung der Einrichtung haben Bärbel Haase und Lars Neugebauer übernommen. Auch am Gespräch teilgenommen haben der ehrenamtliche Helfer und Oberstleutnant a. D. Rüdiger Krause sowie der Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbandes Osterholz, Volker Leopold.

In dem Gespräch wurde deutlich, vor welcher großen organisatorischen Herausforderung die haupt- und ehrenamtlichen Helfer des DRK und aus der Schwaneweder Bevölkerung gestanden haben, um die Kaserne für die Flüchtlinge vorzubereiten. Es ist bewundernswert, was die vielen Helfer in so kurzer Zeit geleistet haben. Ich freue mich auch, wie sehr die Bevölkerung von Schwanewede mitgeholfen hat die Einrichtung mitaufzubauen und zu betreiben. Es ist eine großartige Leistung von allen Helfern, denen ich mein Lob und meine Anerkennung dafür aussprechen möchte, dass sie teilweise bis zur Erschöpfung Tag und Nacht gearbeitet haben, um die Flüchtlingsunterkunft herzurichten.

Vor allem die Dolmetscher auf dem Gelände leisten eine wichtige Arbeit. In der Unterkunft gibt es viele verschiedene Nationalitäten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – viele von ihnen sprechen kein Deutsch. Integration kann nur gelingen, wenn die Asylbewerber Deutsch lernen und dadurch auch unsere Werte und Gepflogenheiten kennen lernen und sich unserer Gesellschaft anpassen.

Die Leitung der Einrichtung berichtete mir, dass die maximal Aufnahmekapazität der Einrichtung durch die Küche begrenzt ist, die maximal 1200 Essen ausgeben kann – diese wird derzeit auch ausgereizt. Aktuell kommen 60% der Flüchtlinge aus Syrien und jeweils 11% aus dem Irak und Afghanistan. Ich setze mich weiter dafür ein, dass nur Flüchtlinge zu uns kommen dürfen, die auch ein Anrecht auf Asyl haben. Wir müssen den Wirtschaftsflüchtlingen aus dem Balkan und anderen Staaten deutlich machen, dass wir ihnen kein Asyl gewähren werden und wir dürfen mit Willkommensfesten keine falschen Signale senden. Viel wichtiger ist es, alle unsere Kapazitäten für die Integration von wirklichen Kriegsflüchtlingen einzusetzen. Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten müssen wir zügig wieder zurückschicken. Ich bin froh, dass die Leitung der Einrichtung in Schwanewede das genauso sieht.

Für eine gelungene Integration ist es des Weiteren wichtig, die Flüchtlinge schnell in Arbeit zu bringen. Darum ist es richtig, dass die Vorrangprüfung deutlich gelockert wurde. Eine Beschäftigung wäre auch gerade für die Bewohner der Kaserne in Schwanewede wichtig, die sonst im Winter nichts zu tun hätten. Eine sinnvolle Beschäftigung und Arbeit kann hier helfen, mögliche Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei all den engagierten Helfern bedanken, die es mit ihrer unermüdlichen Arbeit geschafft haben die Unterbringung so hervorragend und weitestgehend reibungslos zu organisieren. Ich habe viele neue Anregungen aus dem Besuch mitgenommen, die ich in meine Arbeit in Berlin mit einfließen lassen werde.

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