Besuch bei Masterrind

Dass nicht nur Pferde sondern vor allem Rinder die Wirtschaftskraft unserer Region sichern, davon habe ich mich bei der Fa. Masterrind überzeugen dürfen. 

Bild: Andreas Mattfeldt mit Dr. Dettmar Frese, Dr. Otto-Werner Marquardt und Ralf Strassemeyer von der Masterrind GmbH Geschäftsleitung.

Die  Zahlen: Über 100.000 Menschen arbeiten in rund 50.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen. Ein Fünftel der gesamten in Deutschland gemolkenen Milch kommt von hier. Und mit der in Verden anssässigen Masterrind GmbH ist der Marktführer im deutschen Zuchtviehgeschäft direkt vor Ort ansässig. Bei meinem Betriebsbesuch wollte ich wissen, was macht das Unternehmen so erfolgreich und wie können Politiker helfen, seine Zukunft zu sichern?

Ausführlich diskutierte ich mit der  Geschäftsführung der Masterrind GmbH die aktuelle Wirtschaftslage. Dass es dabei sehr fachlich wurde, lag an meiner früheren Tätigkeit in einem fleischverarbeitenden Unternehmen. Ich kann die Sorgen der Rindervermarkter angesichts der aktuellen Wirtschaftslage und vor allem aufgrund des drastischen Preisverfalls bei Milch absolut nachvollziehen.

Das besondere Augenmerk der Masterrind GmbH liegt auf der Vereinbarkeit von Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz mit der Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe. „Nutztierhaltung muss alle Aspekte des Tierschutzes, der Tiergesundheit, des Umwelt- und Verbraucherschutzes sowie der Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe abdecken“, erklärte Ralf Strassemeyer, Mitglied der Geschäftsführung der Masterrind GmbH. Mit 400 Mitarbeitern betreut Masterrind 8.000 Mitglieder der Rindervermarktungsgesellschaft in Niedersachsen und Sachsen. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 100 Millionen Euro erzielt. Herausforderungen für das Unternehmen liegen auch in der Globalisierung. Der Wettbewerb von landwirtschaftlichen Produkten verlagere sich immer mehr aus der Region nach Europa und nach Übersee, erklärte Strassemeyer. Umgekehrt gelte dies leider auch für Tierseuchen wie Vogelgrippe, BSE oder Schweinepest, die nicht vor Ländergrenzen halt machen. Auch müsse man stets auf die steigenden Qualitätsansprüche der Verbraucher reagieren.

In öffentlichen Diskussionen über Nutztierzucht würden häufig Gefühle und Fakten vermischt, wenn es um die Produktivität und Gen- bzw. Biotechnologie ginge, bedauerten die Masterrind-Geschäftsführer. „Leistung und Gesundheit von Rindern schließen sich nicht aus“, so Dr. Dettmar Frese, zuständig für Forschung und Entwicklung. Frese: „Die Verbraucher profitieren von neuen Erkenntnissen und Biotechnologien. Denn die Anwendung des neuen Wissens im Zuchtprogramm bringt bessere Milchkühe und Fleischrinder hervor, die den Verbrauchern in der Qualität und Vielfalt von Milchprodukten und Fleisch zu Gute kommen.“

Ich war mir mit der Masterrind GmbH-Leitung  einig, dass Politik und Wissenschaft dafür sorgen müssen, Fehlverhalten bei Tierhaltung, Tiertransporten und Umweltschutz auszuschließen. „Einzelfälle werden aber zu oft pauschaliert und der Verbraucher dadurch verunsichert“, so der Sprecher der Masterrind-Geschäftsführung, Dr. Otto-Werner Marquardt. „Unsere Firma hält sich uneingeschränkt bei Forschung und Entwicklung an alle gesetzlichen Vorschriften. Wir sind stark eingebunden in Forschungsprojekte des Bundes und des Land Niedersachsen. Wir würden uns allerdings mehr und bessere Planungssicherheit wünschen durch längerfristige Kontinuität der Regierungskonstellationen“.
Die Masterrind GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 100 Mio. Euro und ist mit einem Marktanteil von nahezu 35% die dominierende Organisation im deutschen Zuchtviehgeschäft. Wichtigste Exportländer sind Marokko, Russland, Ukraine und Belgien.

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