Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt lädt regelmäßig Menschen aus dem Landkreis Verden ein

14. Februar 2023
Pressespiegel

Besuch in der Hauptstadt, Erkundungstour im politischen Berlin

Die politische Erkundungstour begann mit einer Führung im Paul-Löbe-Haus.
Andreas Mattfeldt am Rednerpult im Plenarsaal. Andreas Mattfeldt am Rednerpult im Plenarsaal.
Andreas Mattfeldt am Rednerpult im Plenarsaal

Landkreis Verden/Berlin. Wenn der hiesige Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt (CDU) nach Berlin einlädt, ist das Interesse groß. Rund 50 Politikinteressierte folgten Anfang Februar der Einladung, darunter die CDU-Kreistagsfraktion und Kreisvorsitzende Hella Bachmann.

Erste Station ist das Paul-Löbe-Haus. In dem 2001 eröffneten Bau hat auch der Mattfeldt sein Büro. Und auch die Ausschussräume, in denen er die meiste Arbeitszeit verbringt, befinden sich im Gebäude an der Konrad-Adenauer-Straße. „Von dem Besuch erhoffe ich mir, die Gebäude der Demokratie mal von innen zu sehen“, sagt Mitreisender Manfred Rohls. Er sei noch nie im Reichstag gewesen.

Persönliche Führung

Das Programm in Berlin beginnt mit einer Führung durch den Bundestag. Für gewöhnlich führt ein Mitarbeiter des Bundespresseamtes die Besucher umher und erklärt die Geschichte der Bauten und vieles mehr. Da sitzungsfreie Woche ist, übernimmt Mattfeldt persönlich. „Mir ist wichtig, dass die Menschen aus unserer Heimat aus erster Hand erfahren, wie Politik in Berlin funktioniert“, sagt er. Während der insgesamt 22 Sitzungswochen im Jahr habe er jedoch keine Zeit dafür. „Eine reguläre Sitzungswoche beginnt für mich montags um halb sieben in Verden“, erzählt Mattfeldt. Von dort dauert die Fahrt mit dem Zug in die Hauptstadt nicht ganz drei Stunden. Am Montagnachmittag bespricht sich Mattfeldt dann mit seinen Mitarbeitern und dem Fraktionsvorstand. „Im kleinen Kreis bereiten wir intern die Woche vor.“ Abends ist der ehemalige Bürgermeister des Fleckens Langwedel noch in der niedersächsischen Landesvertretung beschäftigt.

Dienstags tagen zunächst die Arbeitsgruppen der Ausschüsse für Haushalt und Finanzen sowie für  Petitionen, Mattfeldts Schwerpunkte. „Wir beraten, wie wir uns als Partei aufstellen möchten.“ Dabei habe jedes Unterthema eine eigene Arbeitsgruppe. Nachmittags trifft sich die Bundestagsfraktion im Reichstagsgebäude. Von Mittwoch bis Freitag tagen die Ausschüsse und der Bundestag unter der Kuppel. „Die Sitzungen beginnen um 9 Uhr und dauern manchmal bis frühmorgens“, erläutert der Abgeordnete. In den Ausschüssen gehe es sehr sachlich zu, deutlich nüchterner als sonst in der Politik. „Dort steht schließlich die Sache im Mittelpunkt, also reden wir vernünftig miteinander, unabhängig von den Parteien und Koalitionen.“

Redner und Streiter

Am Rednerpult im Reichstag steht Mattfeldt nur dann, wenn es um seine Themen geht. Deswegen sei er seltener dort, obwohl er ein leidenschaftlicher Plenarredner und Streiter sei. „Politik ist Streit um die bessere Idee, ohne dabei persönlich zu werden“, erklärt er. Von Diskussionen und Verhandlungen bis tief in die Nacht oder in die frühen Morgenstunden hält der 53-jährige Politiker nicht viel. „Den möchte ich mal kennenlernen, der sich um 3 Uhr morgens nach 16 Stunden Diskussion noch konzentrieren kann.“

Die langen Sitzungen sind nicht das Einzige, was Mattfeldt am politischen Betrieb auszusetzen hat. Dabei gehe es ihm nicht um Inhalte, sondern eher um gesamtgesellschaftliche Entwicklungen. „Es kann nicht sein, dass viele der 736 Abgeordneten nicht in einem Beruf gearbeitet und kaum Lebenserfahrung haben.“ Die Politik brauche, seiner Meinung nach, keine Genderstudies- und Politikwissenschafts-Absolventen oder Studienabbrecher, sondern Menschen mit Arbeits- und Lebenserfahrung, die mehr Bezug zur Realität hätten. Diese Probleme sieht er auch in der eigenen Partei.

Mattfeldts Woche in Berlin endet am Freitag am frühen Nachmittag im Zug Richtung Verden. In der Heimat warten auf den Abgeordneten nicht nur seine Familie, sondern auch eigene Firmen, zum Beispiel eine Brauerei. „Nur Politik zu machen, würde ich nicht aushalten.“ Der Job sei nicht zu unterschätzen und brauche einen Ausgleich.

Tour kommt gut an

Die nächsten Programmpunkte für die Besucher aus dem Landkreis sind am Donnerstag eine Stadtrundfahrt und ein Besuch der Ausstellung im Deutschen Dom. Thema ist die Geschichte der Demokratie in Deutschland. Bevor es am Freitag wieder Richtung Verden geht, besucht die Gruppe den Bundesrat. Bei den Gästen kommt die politische Erkundungstour gut an. „Eine rundum gelungene Kurzreise“, sagt Bernd Anders aus Achim. Bodo Becker und Isabel Gottschewsky stimmen zu. Sie schätzen auch die lockere und persönliche Atmosphäre bei der Führung mit dem Abgeordneten. Auch Hella Bachmann ist froh, mitgekommen zu sein. „Ich denke, es ist für alle wichtig, mal so einen Einblick in unsere Demokratie zu bekommen“, sagt sie. Für Mattfeldt eine Bestätigung, weiter so zu verfahren und die Gäste aus dem Landkreis persönlich durch die Einrichtungen der Politik zu führen, wenn er denn kann.

VN 14.02.2023