Der schwarze Kanal lässt grüßen

 
VON LUTZ RODE
Landkreis Osterholz. Reizfigur, Empörungsprofi, Konservativer vom Dienst – mit Begriffen wie diesen wird Jan Fleischhauer gern beschrieben. Voller Leidenschaft führt der Journalist vor Augen, wie die Linken im Lande seiner Ansicht nach ticken, sei es in seiner Spiegel-Kolumne „Der schwarze Kanal“ oder in Büchern und Fernsehbeiträgen. Einen Eindruck davon bekamen am Montag auch die 130 Gäste beim Neujahrsempfang der CDU im Landkreis Osterholz, den die Frauen-Union ausgerichtet hatte. Vorsitzende Dorothea v. Rex-Gröning fand es „erfrischend“, dass der Gastredner diesmal nicht aus den Reihen der Politik kam, sondern „von der anderen Seite“, wie sie es formulierte. 
Fleischhauer polarisiert, macht aus seiner Haltung keinen Hehl. „Mir liegt die konservative Sache am Herzen“, gibt er gleich zu Beginn zu verstehen. Dass ihm manche Leute übel nehmen, was er da in seiner Kolumne launig beschreibt und dabei speziell die Linken immer wieder aufs Korn nimmt, damit kann er leben. „Wenn man es positiv formuliert, dann lässt es die Leute nicht kalt, was ich mache.“ 
Einen politischen Ausblick zum Jahreswechsel soll Fleischhauer bei seinem Auftritt in Osterholz-Scharmbeck geben und er greift dabei viele Themen auf, die ihn auch in seiner Kolumne bewegen: Da ist die AfD als vermeintlich neue Heimat der Konservativen, die Fleischhauer suspekt ist. Da ist die Pegida-Bewegung, die für den Journalisten eine „sächsische Ausformung des Wutbürgers“ darstellt. Und da sind die Grünen, die sich laut Fleischhauer als neue „Freiheitspartei“ begreifen und sich jetzt daran machen würden, „das Verbieten zu verbieten“. Fleischhauer durchleuchtet ironisch die Arbeit der Großen Koalition, amüsiert sich über den Eifer der Deutschen bei der Verwirklichung der Energiewende und macht deutlich, warum die Umweltbewegung seiner Ansicht nach nur zu verstehen ist, wenn man sie als Glaubensbewegung begreift. So geht es munter weiter, den Gästen des Neujahrsempfangs gefällt’s sichtlich. Als Fleischhauer seinen Job erledigt hat, erhält er zum Dank noch ein Torfkahn-Modell von Dorothea v. Rex-Gröning. Denn, so sagt sie, auch im Landkreis Osterholz gebe es schwarze Kanäle. Auf denen seien früher die Torfschiffe unterwegs gewesen.

Neujahrsempfang der Frauen-Union (von links): Andreas Mattfeldt, Kristian Tangermann, Jan Fleischhauer (Spiegel), Axel Miesner und Dorothea v. Rex-Gröning. OTO:HANS-HENNING HASSELBERG
Osterholzer Kreisblatt vom 11.02.2015
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