Die Sorgen der Pendler im Gepäck

VBN Fahrgastbeirat 14 11 2016

Wer mit Bussen und Bahnen im Bremer Umland und in der Hansestadt unterwegs ist, kennt die Sorgen mit verspäteten Zügen, ausgefallenen oder überfüllten Bussen oder fehlenden Anschlüssen. Deshalb interessiere ich mich stark für diese Problematik – immer wieder werde ich in meinem Wahlkreis Osterholz-Verden auf die Sorgen der Pendler und VBN-Nutzer angesprochen.

Deswegen fand auf meine Einladung hin in meinem Osterholzer Abgeordnetenbüro ein Gespräch mit denen statt, die die Probleme der Bus- und Bahnnutzer mit am besten kennen sollten: mit den Mitgliedern des Fahrgastbeirates des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN) Ingo Ostermann (Bremerhaven), Norbert Lippek (Landkreis Osterholz) und Gregor Voßhal (Landkreis Verden). Sie gehören dem 19-köpfigen Beirat an.

Und die fluteten mich mit Informationen – von der viel zu komplizierten Tarifstruktur im Verbund mit 195 unterschiedlichen Fahrpreisen, über die unzureichende Taktung der Zugverbindungen im Regio-S-Bahn-Bereich und die nicht nach Bedarf verlängerbaren Zugpaarungen der Nordwestbahn (NWB) bis hin zu unzuverlässigen Subunternehmen im Busbereich. Über mein Gesprächsangebot waren sie hingegen hocherfreut. Sonst müssten sie den Politikern immer hinterherlaufen. Ich sei der erste, der von sich aus auf sie zugekommen sei, berichteten sie.

Nach unserem intensiven Gespräch bin ich überzeugt, dass die Vorstöße des Fahrgastbeirates für eine bessere Tarifstruktur einfach nicht durchdringen. Es ist auch in meinem Empfinden in hohem Maße ungerecht, dass innerhalb Bremens bis zu 30 Kilometer Strecke für 2,70 Euro gefahren werden können, die gleiche Strecke für einen Pendler aus dem niedersächsischen Umland aber 11,70 Euro oder mehr kostet. Hier ist die entscheidende Frage, was politisch von den Vertretern der im Zweckverband organisierten Gemeinden gewollt ist. Ich meine: Es kann doch nicht angehen, dass der Versuch, den Zuschussbedarf zu drücken, dazu führt, dass die Pendler wieder mit dem Auto fahren. So ein Vorgehen führt zu einer großen Unzufriedenheit der Bus- und Bahnnutzer. Weiter kritisierten die Fahrgastvertreter, dass das Beschwerdemanagement keine zentrale Abarbeitung von Nutzerproblemen vorsieht. Beschwerden leitet der VBN an die ausführenden Unternehmen weiter. Ob es eine Antwort gibt, werde vom VBN nicht sichergestellt.

Als größte Probleme beschrieben die Mitglieder des Fahrgastbeirates die Auswirkung des völlig überlasteten Bahnknotens Bremen Hauptbahnhof, das fehlende dritte Gleis zwischen Bremen-Burg und Oslebshausen und den fehlenden Halbstunden-Takt im Regio-S-Bahn-Bereich. Ich habe den Mitgliedern des Fahrgstbeirates versprochen, diese Informationen mitzunehmen in Gespräche mit der Führungsebene der Bahn. Die führe ich in meiner Funktion als Haushaltspolitiker im Deutschen Bundestag. Und von diesen Gesprächen stammen alle meine grauen Haare…

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