Erfahrung PPP – Janika Koske berichtet, Teil 2

Teil 2Ein Thema, das im letzten Jahr viele Menschen in den Vereinigten Staaten beschäftigt hat war der nationale Government Shutdown, durch den die gesamte Regierung und die öffentlichen Büros auf Grund des Haushaltsstreites für 17 Tage lahmgelegt wurden. Die Auswirkungen waren spürbar, da wichtige Ämter geschlossen waren und vielen Menschen die Gehälter in der Zeit nicht gezahlt werden konnten. Auch bei mir in der Gastfamilie hat sich diese Situation niedergeschlagen.

Parallel zur Collegezeit habe ich ehrenamtlich bei der Olympia Union Gospel Mission, einer Einrichtung für Bedürftige aller Art gearbeitet. Ich würde diese Zeit als eine der intensivsten und lehrreichsten in diesem Jahr beschreiben, da einem dort sehr schnell bewusst wird, wie gut es einem selbst geht und wie schnell sich dieses Blatt wenden kann. Die Bedeutung von Familie, Freunden und Gesundheit stehen dabei sehr im Vordergrund. Durch meine Arbeit in der Kleiderbank, wo ich Spenden angenommen, sortiert und herausgegeben habe, konnte ich ein völlig neues Verständnis für diesen Bereich entwickeln und verstehen, wie wichtig es auch zurück in Deutschland sein kann, sich ehrenamtlich in seiner Gemeinde einzubringen.

Bevor es für mich mit dem dritten Teil des Parlamentarischen Patenschafts-Programms –der Jobsuche- weiterging hatte ich die einmalige Gelegenheit und Ehre, ein sechswöchiges Praktikum im U.S.-Kongress zu absolvieren. Fünf der 75 Berufstätigen wurden dazu nach Bewerbung auf die Stellen ausgewählt und so ging es Anfang des Jahres für mich für eineinhalb Monate in die Hauptstadt Washington D.C., um dort beim Kongressabgeordneten Chris Gibson, NY zu arbeiten. Ich habe in dieser Zeit sehr viel über das amerikanische System, die Funktionsweise, Möglichkeiten und natürlich die Menschen gelernt und hatte Glück, über mein Büro viele verschiedene Bereiche kennenzulernen. Auch in meinem amerikanischen Wahlkreis geht es um politische Themen wie Fracking und Landwirtschaft, wodurch durchaus Parallelen zum eigenen, deutschen Wahlkreis bestehen.

Zurück in Olympia, WA habe ich bis zum Ende meiner Austauschzeit bei zwei unterschiedlichen Community Colleges gearbeitet, wo ich unter anderem für die Betreuung und Unterstützung internationaler Austauschstudenten zuständig war. Wie schon während meiner Collegezeit, habe ich auch hier gemerkt, wie hilfreich meine Berufsausbildung ist und konnte mich so ohne weitere Schwierigkeiten gut einarbeiten. Es war total spannend zu sehen, wie unterschiedlich und manchmal gleich die Arbeitsweisen sind und dass in den USA zwischen Arbeit und Freizeit eine viel größere Überlappung besteht. Zudem konnte ich mich mit meinen Kollegen über unterschiedlichste Qualifikationen austauschen. Ich sehe die Arbeitsphase des Programms als ein persönliches Highlight an, da ein fachlicher Austausch entsteht und man als Teilnehmer lernt, sich in den USA „durchzubeißen“, indem man durch den selben Bewerbungsprozess gehen muss, wie alle anderen amerikanischen Bewerber. Ich habe in der Zeit viel über Initiative, Kultur, aber auch über mich selbst gelernt.

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