Gegen Selbstbeschäftigung und Selbstbedienung

Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt zieht beim Kreisblatt Halbzeitbilanz
Von Manfred Brodt

ACHIM. Zwar gehört Andreas Mattfeldt jetzt schon bald zwei Jahre dem Deutschen Bundestag an, aber an manche „Selbstbeschäftigung“ in Arbeitsgruppen und -kreisen hat er sich noch nicht gewöhnt. „Man muss das Wichtige vom Unwichtigen sieben können“, sagt er beim Redaktionsbesuch des Achimer Kreisblatts.

Als früherer Langwedeler Bürgermeister hat er gelernt, die Spreu vom Weizen zu trennen, und bei seiner Mitgliedschaft im Haushaltsausschuss, einem der wichtigsten Ausschüsse des Deutschen Bundestages, bleibt ihm wohl auch nichts anderes übrig.

Der CDU-Politiker gehört zu den Hütern der Finanzen in einer Zeit, in der es gilt, die Schuldenbremse des Grundgesetzes durchzusetzen. Da macht er sich nicht nur Freunde, wenn er die Selbstbedienungsmentalität von Ministern oder Ministerinnen kritisiert, die selbstverständlich die Schuldenbremse begrüßen, Sparpotenzial aber nur beim Kollegen sehen. Als er nach den Streichungen des Elterngeldes für Hartz IV-Empfänger ähnliches auch für Reiche forderte, nahm ihn auch Angela Merkel – zunächst nicht unbedingt wohlwollend – zur Kenntnis.

Der 41-Jährige ist Experte für den Etat des Familienministeriums mit 6,5 Milliarden Euro und hat so mitgewirkt an der „Offensive frühe Chancen“, mit der Halbtagskräfte für Sprachförderung in Kindergärten vom Bund gefördert werden. Alleine im Landkreis Verden werden neun Kindergärten in Achim, Uphusen, Oyten, Ottersberg, Verden und Dörverden in vier Jahren mit 800000 Euro dafür bezuschusst.

Die enge Zusammenarbeit des Ex-Bürgermeisters mit seinen Kollegen hat Thedinghausen Bundesgeld für den Erbhof und Ottersberg für die Breitbandversorgung in Benkel und Narthauen beschert.
Nicht zu unterschätzen auch die 1,5 Millionen Euro, die mittelständische Unternehmen im Landkreis für ihre Forschung und Entwicklung bekommen.
Bei vielen menschlichen Problemen – zum Beispiel der Finanzierung von Therapien durch Krankenkassen – konnte der Bundestagsabgeordnete helfen. Der Lärmschutz an der Bundesbahnstrecke zwischen Dauelsen und Etelsen gehört zu den dicken Brettern, an denen er noch bohrt.

Dass Andras Mattfeldt kein bedeutungsloser Hinterbänkler geworden ist, wird auch daran liegen, dass er zusammen mit einem Kollegen aus NRW Veranstaltungen für die Gruppe der 91 Neulinge der CDU/CSU-Fraktion organisiert. 91 Abgeordnete im Deutschen Bundestag mit seinen 620 Sitzen – das ist ein Pfund, stärker als manche Landesgruppe.
Andreas Mattfeldt besucht in sitzungsfreien Wochen viele örtliche Veranstaltungen und freut sich, dass umgekehrt auch viele Bürger aus dem Wahlkreis in Gruppen oder einzeln den Weg zu ihm nach Berlin gefunden haben. Das waren nach 2500 Besuchern im letzten Jahr dieses Jahr immerhin schon 2000.

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft

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