„Herunterfahren und besser ins neue Halbjahr starten“

Umfrage des Achimer Kreisblatts zu möglicher Verlängerung der Zeugnisferien / Geteiltes Echo auf Entscheidung des Niedersächsischen Kultusministeriums Von Sinja Konduschek

ACHIM.  Nach der Verteilung der Halbjahreszeugnisse gibt es in Niedersachsen für wenige Tage allgemeines schulfrei. Für Urlaub in einem Ski-Gebiet reicht dieser Zeitraumallerdings nicht. Deswegen setzt sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt(Wahlkreis Verden/Osterholz) schon lange für eine Verlängerung der Zeugnisferien ein. Er will sie um drei Tage erweitern und somit eine ganze, freie Schulwoche für Familien schaffen. Diese drei Tage sollen von den Sommerferienabgezogen werde.

Das ist nun erst mal vom Tisch: Bis 2024 will das Niedersächsische Kultusministerium bei seiner alten Ferienregelung bleiben. Denn die Idee von „Winterferien“ habe bei keinem der beteiligten Verbände Zustimmung erhalten. Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat Niedersachsen wenige freie Tage, um nach den Zeugnissen wegzufahren, in Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen etwa gibt es elf bis zwölf Tage schulfrei.

In einer nichtrepräsentativen Umfrage auf dem Achimer Wochenmarkt hat das Achimer Kreisblatt Schüler und Schülerinnen zu diesem Thema befragt. Dabei stellte sich heraus, dass das Thema stark umstritten ist. Gleich bei der ersten Frage gehen die Meinungen deutlich auseinander: „Ich fände es unnötig, die Zeugnisferien zu verlängern, denn die werden meiner Meinung nach sowieso überbewertet“, erzählt die 16-jährige Anna Zitz, aus Kirchlinteln.

Eine weitere Schülerin, Theresa Beet (14) aus Riede, erklärt: „Nach einer Woche Ferien kommt man nicht so gut  wieder ins Schulsystem hinein.“  Andere Argumente sind, dass man ja auch gerade erst  zwei Wochen Ferien hatte, wie Maximilian Coels (15) erzählt. Auch die 15-jährige Laura Damm, die in Verden zur Schule geht, bemerkt:  „Ich würde die Ferien auch nicht verlängern. Viele Leute fahren gar kein Ski oder machen ihren Skiurlaub in den Weihnachtsferien.“

Trotzdem gibt es auch Schüler,  die für eine Verlängerung stimmen. „Ein oder zwei Tage mehr könnten nicht schaden, damit man wegfahren kann“, äußert Filippa Dudda (15).

„Es wäre ein Ausgleich zu den Weihnachtsferien, damit die Skigebiete nicht so überlastet sind“, bemerkt die 15-jährige Patrizia Reinecke. „Natürlich wäre es toll, die Zeugnisferien zu verlängern, aber nur, wenn keine anderen Ferien wegfallen. Die brauche ich mehr als die Zeugnisferien“, teilt eine Schülerin aus Achim (15) mit.

Für Lena Guth, auch 15, aus Verden wiederum ist es selbstverständlich, dass an anderen Stellen Ferien wegfallen: „Ich würde die Weihnachtsferien kürzen. Das ist meiner Meinung nach nicht so schlimm, da vier Wochen später dann ja ‘Winterferien’ wären.“ Viele andere Schüler würden dagegen eher die Sommerferien kürzen, denn diese seien ja schließlich lang genug. Zudem befürwortet Lena Guth einen Einschnitt nach den Zeugnissen: „Man kann noch einmal herunterfahren und besser ins neue Halbjahr starten.“

Wie Schüler ihre Ferien verbringen möchten, scheint dennoch sehr verschieden zu sein. Nicht jeder möchte die Zeit, wie von Mattfeldt gedacht, auch tatsächlich zum Skifahren nutzen. „Ich kann leider kein Skifahren, aber sonst wäre es ein gute Idee“, meint der 15 Jahre alte Luca Bormann.

Die Aussagen der einzelnen Befragten lassen nicht darauf schließen, ob die Verlängerung der Winterferien durchgehend positive Reaktionen hervorrufen würde – aber die Frage der Entscheidung übermögliche Ferien stellt sich  für die Schüler aus Achim und Umgebung ohnehin erst in ein paar Jahren.

aus Verdener Aller-Zeitung vom 31.01.2017

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