Innovative Ideen für die Versorgung der Menschen in der Fläche

 

Viele Menschen, die in kleinen Ortschaften leben, kennen das Problem: Der letzte Lebensmittler hat dicht gemacht, die Wege werden immer weiter. In meinem Wahlkreis gibt es viele Ortschaften, in denen es nicht einmal mehr einen Bäcker- oder Schlachterladen gibt. Seit Jahren beobachte ich deshalb genau, mit welchen innovativen Konzepten die Versorgung des ländlichen Raumes sichergestellt werden und wo ich als hiesiger Bundestagsabgeordneter unterstützen kann.

Bei meiner Suche nach praktikablen Ideen für Dörfer wie Blender, Garlstedt oder auch meinen Heimatort Völkersen, bin ich auf das Bremer Startup-Unternehmen MyEnso gestoßen. In der Firmenzentrale und im separaten Lager in der Überseestadt habe ich mir ein genaues Bild von diesem im Aufbau befindlichen Online-Supermarkt mit außergewöhnlichem Bestell- und Liefersystem sowie genossenschaftlicher Struktur gemacht.

MyEnso hat derzeit 20.000 Produkte per Just-in-time-Lieferung im Programm und will sein Sortiment bis auf 100.000 Produkte erweitern. Mich beeindruckt die angestrebten Breite des Angebotes. Bereits in dieser frühen Testphase ist die 10.000-Kunden-Marke übersprungen worden. Dabei zielt der Internet-Supermarkt nicht nur auf die online-affine Altersgruppe. Ich finde es sehr gut, dass auch der gute alte Katalog samt Bestellzettel bereit steht, die Bestellung per Fax und auch per Telefon möglich sind. Damit gibt es Wege für alle Menschen. Außerdem gefällt mir die selbstlernende Herangehensweise der MyEnso-Köpfe Norbert Hegmann und Thorsten Bausch. Die sammeln gerade mit 120 Kunden im Örtchen Blender im Kreis Verden und an weiteren 14 Orten im Bundesgebiet Praxiserfahrungen.

Es ist interessant und vorbildlich, dass Kunden und Teilhaber dieses genossenschaftlich organisierten Betriebes erheblichen Einfluss auf das Sortiment nehmen können. So wird nach meiner Einschätzung eine große Nähe zwischen Dienstleister und Nutzer sichergestellt. Auch bei der Auslieferung hat der Besteller mehrere Möglichkeiten: Abholung am Lieferfahrzeug, dass zu festen Zeiten im Ort sei, Abholung bei einer Ausgabestelle oder Anlieferung bis nach Hause. Das bietet meines Wissens in dieser Form noch keiner in Niedersachsen an. Damit ist das flexible Bremer Startup im Vorteil gegenüber Großanbietern wie Amazon, Rewe oder AllyouneedFresh, die ebenfalls dabei sind, diesen Markt zu erschließen.

Nach Angaben der Gründer sind bis heute rund fünf Millionen Euro in den Aufbau des Unternehmens investiert worden. Etwa 100 Menschen finden hier derzeit Arbeit. Eine Förderung hat es bisher nicht gegeben. Bis Ende 2019 sollen weitere 20 Millionen Euro in die Hand genommen werden – für den Ausbau des automatisierten Warenlager-Systems, den Aufbau einer Versandtaschen-Straße sowie die räumliche Ausweitung des Angebotes bis hinein in Betriebe. Ich finde die Idee sehr charmant, dass am Ende des Arbeitstages meine Lebensmittelbestellung frisch und gut gekühlt im Betrieb auf mich wartet und ich sie ohne dann noch einkaufen zu müssen, mit nach Hause nehmen kann. Das ist praktisch.

 

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