Junior-Botschafter in den USA

Parlamentarisches Patenschafts-Programm:
Tim Mühlenbeck erhält Stipendium

Vor 25 Jahren haben der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und der Deutsche Bundestag das „Parlamentarische Patenschafts-Programm” ins Leben gerufen. Ziel des Programms: Der jungen Generation beider Länder Zusammenarbeit auf anschauliche Weise zu vermitteln. In diesem Jahr darf ein 16-Jähriger aus Ritterhude für ein Jahr in die USA.

VON ARIANA SKUPPE

Osterholz-Scharmbeck. Bundesweit stehen im Rahmen des „Parlamentarischen Patenschafts-Programms” (PPP), das die Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland fördern soll, 360 Stipendien zur Verfügung. In diesem Jahr hat es der 16-jährige Tim Mühlenbeck aus Ritterhude erhalten. Er fährt für ein Jahr in den US-Bundesstaat Michigan.
Der Gymnasiast hat sich gegen rund 60 Bewerber durchgesetzt und im mehrtägigen Auswahlverfahren überzeugt. Die Prüflinge mussten dabei sehr gutes politisches Wissen vorweisen und zeigen, dass sie dem Austausch auch psychisch gewachsen sind: Ein ganzes Jahr in einer neuen Kultur, ohne Freunde und Familie, bei fremden Gasteltern – da müssen die Nerven mitspielen.
Tim Mühlenbeck ist fest entschlossen: „Seit der achten Klasse träume ich davon ein Jahr im Ausland zu verbringen. Ich bin mir sicher, dass ich es durchziehe.” Letztendlich möglich gemacht hat das Vorhaben der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt. Nach dem Auswahlverfahren erhielt er vier Bewerbungen und musste sich für einen Kandidaten entscheiden.„Am liebsten möchte man es natürlich allen ermöglichen”, sagt Mattfeldt. Er selbst habe früher nicht die Möglichkeit gehabt, ein Jahr im Ausland zu verbringen, weil es finanziell nicht machbar gewesen sei. Umso mehr freue er sich über die Aufgabe, Pate der Stipendiaten sein zu dürfen.

Kontaktaufnahme über das Internet

Am 8. August tritt der 16-Jährige seine Reise in die USA an. Ein Jahr wird er dort eine Highschool für Wissenschaft und Technik besuchen und bei einem Rechtsanwalt leben, der schon seit knapp zehn Jahren Schüler aufnimmt. „Ich habe meinen Gastvater schon über das Internet kennengelernt, das ist ein netter Kerl”, sagt Mühlenbeck. Kontakt über das Internet helfe, bereits vor der eigentlichen Reise das Eis zu brechen.
Der Jugendliche hat ein hervorragendes Zeugnis, engagiert sich in der Kirchengemeinde und interessiert sich für Politik und Naturwissenschaften. „Das wird ein spannendes Jahr, denn in den USA ist Wahlkampf”, meint Mühlenbeck. Er werde live miterleben, wie sich die Präsidentschafts-kandidaten im Fernsehen duellieren.
Mühlenbeck ist auch der diesjährige Junior-Botschafter. Er will an seiner neuen Schule und bei seinem Gastvater kulturelle, gesellschaftliche und politische Werte Deutschlands vermitteln. Gleichzeitig will Mühlenbeck durch Erfahrungen im fremden Land seinen Horizont erweitern. Seine Familie hat die Reise voll unterstützt: „Als ich meinen Eltern von meiner Idee erzählte, sagten sie nur: Los geht es!”

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 20.06.2012 

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