Kommunaldialog Breitband in Thedinghausen: Samtgemeinde kann Förderanträge auch alleine stellen

Volles Haus beim Kommunaldialog Breitbandversorgung des CDU-Samtgemeindeverbandes Thedinghausen im Romance am Erbhof. Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich von unabhängigen Experten eingehend über die Möglichkeiten informieren zu lassen, wie die Gemeinde und ihre Ortschaften Anschluss halten können mit der rasanten Entwicklung des schnellen Internets. Dabei appellierte ich eindringlich sich ganz schnell auf den Weg zu machen und dabei die umfangreichen Fördermöglichkeiten des Bundes zu nutzen. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen und dafür sorgen, dass modernste Glasfasertechnik möglichst auch den letzten Kuhstall erreicht. Schließlich benötigt auch die moderne Landwirtschaft den Zugang zur digitalen Datenwelt. Hierfür hat die Bundesregierung das aktuelle Breitbandförderprogramm, von dem bereits zahlreiche Kommunen profitieren, auf insgesamt 4 Milliarden Euro aufgestockt.

Zur Einführung hat CDU-Samtgemeinderatsmitglied Ralph Landwehr einen Überblick über den Stand der Technik, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Ausbauarten, die Fördermöglichkeiten sowie die gegenwärtigen Verfügbarkeiten für Breitbandanschlüsse im Raum Thedinghausen gegeben. Dabei wurde deutlich, dass gerade die ausgedehnten ländlichen Bereiche der Gemeinde unterversorgt sind. Ein Ausbau mit schnellen Leitungen ist privatwirtschaftlich aber nicht zu leisten. Deshalb müssen Förderprogramme von Bund und Land helfen, diese Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen. Die Hilfen des Landes können für die Aufrüstung des Netzes auf eine Geschwindigkeit von maximal 16 Mbit genutzt werden.

Früher haben wir weitsichtig Straßen und Brücken gebaut. Heute müssen wir den gleichen Mut beweisen, um die digitale Infrastruktur so zu planen und umzusetzen, dass sie auch künftig fähig ist, die gewaltigen Datenmengen aufzunehmen. Ich habe dem Landkreis, der nur auf Landesmittel setzt, eine andere Vorgehensweise vorgeschlagen. Auch wenn die Breitbandversorgung im Landkreis Verden schon gut ist, gibt es dennoch viele Gegenden, wie zum Beispiel Thedinghausen, die noch unterversorgt sind und erschlossen werden müssen. Ich würde mich daher freuen, wenn der Landkreis die Chance der Breitbandförderung des Bundes ergreift und einzelne Kommunen bei der Antragsstellung unterstützt. Die Antragsstellung ist noch bis Ende September möglich.

Denn mit den Bundesmitteln könnte die Samtgemeinde Thedinghausen auch als alleiniger Antragsteller erfolgversprechend den Auf- und Ausbau eines zukunftsfähigen Glasfasernetzes in die Hand nehmen, verdeutlichte Stefan Molkentin vom Projektträger atene KOM, der für das Förderprogramm des Bundes verantwortlich ist. So könnten deutlich höhere Datengeschwindigkeiten und -mengen erreicht werden. Besonders interessant für die Gemeinden ist dabei die 100-prozentige Förderung der Beratungsleistungen. Die Bundesförderung ist zudem mit einer Landesförderung kombinierbar. So bleibt für den Antragsteller nur ein überschaubarer Eigenanteil zu leisten.

Die Probleme beim Auf- und Ausbau einer regionalen Glasfaserversorgung verdeutlichte Tobias Pietzka von der Firma Marco-Bungalski-GmbH (T-M-Net). Das Verdener Unternehmen arbeitet mit 16 Mitarbeitern in der Region und für die Region. Er riet, die einmaligen Hausanschluss-Kosten an das Glasfasernetz von 400 bis 700 Euro als rentable Investition in die Immobilie zu sehen. Ein solcher Anschluss steigere den Wert dauerhaft. Eine komplett-Erschließung mit Glasfaser sei die einzig sinnvolle Ausbauart.

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