„Living Lab Teufelsmoor“: Diese Bundesförderung schafft eine Perspektive für unsere Landwirte im Moor

„Living Lab Teufelsmoor“: Diese Bundesförderung schafft eine Perspektive für unsere Landwirte im Moor

 

Mit „Living Lab Teufelsmoor“, einem bundesweit einmaligen Modell- und Demonstrationsvorhaben zur innovativen Aufwuchsverwertung im Bereich der Nassbewirtschaftung soll – wissenschaftlich begleitet – eine klimaangepasste und zugleich auskömmliche Landwirtschaft in heimischen Moor- und Feuchtregionen entwickelt und umgesetzt werden. Da ist der Bund gut beraten, dieses Leuchtturm-Projekt im Landkreis Osterholz voranbringen. Als hiesiger Bundestagsabgeordnete unterstütze ich die vom Landvolk-Kreisverband um Kreislandwirt Stefan Warnken ausgehende Initiative, in die ich bereits im Vorfeld mit eingebunden war.

Entsprechend freue ich mich sehr darüber, dass ich auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin bei der Übergabe des Fördermittelbescheid für das Teufelsmoor dabei sein konnte. Demnach werden die sechs Teilvorhaben an denen das Osterholzer Landvolk federführend beteiligt ist, mit insgesamt 10,7 Millionen Euro gefördert.

Als zuständiger Haushälter für den Klimatransformationsfonds des Bundes halte ich die Fördermittel für dieses gleich dreifache Pionierprojekt, das aus meinem Wahlkreis in die gesamte Bundesrepublik ausstrahlen wird, für sehr gut angelegt. Spätestens nach den bundesweiten Protesten kennen alle die schwierige Lage gerade der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe. Da ist es nicht nur für die Betroffenen wichtig, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und nutzen zu können.

Da die Landwirte immer mehr Auflagen bei der Bewirtschaftung ihrer Moor- und Nasslandflächen bekommen, in deren Folge durch Mähzeitvorgaben das Schnittgut nicht mehr über die für die Nutztierfütterung erforderliche Qualität verfügt, ist es für diese Betriebe existenziell, neue Wege für die Nutzung und Verwertung zu entwickeln und im Markt einzuführen. Das Osterholzer Landvolk befasst sich damit seit Jahren, hat auf eigene Kosten Versuchsreihen gestartet und sieht Chancen für den Einsatz des Schnittgutes unter anderem als natürliches Bau- und auch Verpackungsmaterial. Diese Chancen gilt es zu nutzen.

Gerade hier ist es wichtig, Wissenschaft und Fachleute vieler Bereiche an einen Tisch zu bekommen, damit wir wirklich eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung erhalten können. Deshalb brauchen wir die Förderung des Bundes. Das Osterholzer Landvolk allein könnte einen solchen Umstellungsmarathon aus eigener Kraft gar nicht stemmen. Das ist in meinen zahlreichen Gesprächen zu diesem Thema deutlich geworden.

Auf einer Fläche von bis zu 200 Hektar soll mit den Erträgen von Nassgrünland mit Moorgräsern und der Nutzung des Bewuchses nasser Hoch- und Niedermoore, wie beispielsweise Schilf, probiert und geforscht werden. Das Besondere am „Living Lab Teufelsmoor“ ist, dass dabei Landwirte, die Landwirtschaftskammer, örtliche und überörtliche Behörden allen voran der Landkreis wie auch Wissenschaftler unter anderem vom Thünen-Institut Braunschweig, der Succow-Stiftung in Greifswald sowie der Technischen Universität Dresden eng zusammenarbeiten werden.