Mattfeldt beim Kreisparteitag

CDU glücklich mit SPD-Landrat Basis trägt Linie der Parteispitze mit / 93,7 Prozent Zustimmung für Kreis-Chef Mohr

Von Johannes Heeg

Verden. Wenn ein SPD-Landrat über Jahre CDU-Politik umsetzt, braucht die CDU keinen eigenen Kandidaten. So erklärt die kreisverdener CDU-Spitze ihrer Basis, warum die Union zur Landratswahl im September den Amtsinhaber Peter Bohlmann unterstützt und keinen eigenen Bewerber aufstellt. Dafür wolle die CDU ihre Kräfte im Wahlkampf auf die Stadt Verden fokussieren. Dort gelte es, einen nicht neutral, sondern parteipolitisch agierenden SPD-Bürgermeister abzulösen.

Das Parteivolk scheint diese Linie mitzutragen, jedenfalls war beim Kreisparteitag im Daverdener Waldschlößchen keinerlei Kritik zu hören. Auch aus dem Wahlergebnis von Adrian Mohr spricht nicht gerade große Unzufriedenheit: Der seit 27 Monaten amtierende Kreisvorsitzende wurde mit 90 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und sechs Nein-Stimmen wiedergewählt – 93,7 Prozent der anwesenden CDU-Mitglieder waren also mit dem Parteichef und seiner Politik einverstanden. Dass er vor zwei Jahren noch 97,3 Prozent erreicht hat, erklärt Mohr so: “Damals haben auch sechs Mitglieder gegen mich gestimmt, dafür gab es aber mehr Ja-Stimmen.” Mit seinem Ergebnis sei er sehr zufrieden.
Betont kämpferisch gab sich der Landtagsabgeordnete Wilhelm Hogrefe, der auch CDU-Fraktionschef im Kreistag ist. Ausdrücklich lobte er die Arbeit von Landrat Bohlmann, der derzeit persönlich mit einem weiteren Investor fürs ehemalige Dörverdener Kasernenegelände verhandele. Überhaupt sei die Kreisverwaltung “vorzüglich”, setze sie doch “unsere politischen Vorgaben auch fachlich richtig um”. Bei der Stadt Verden, so Hogrefe, laufe es dagegen nicht so rund. Anstatt Verden als bedeutendes Zentrum der Tierzucht eindeutig zu positionieren, handele der Bürgermeister “viel zu kleinkariert”. Als es beispielsweise darum gegangen sei, die Niedersachsenhalle mit Millionenzuschüssen aus dem Konjunkturpaket zu modernisieren, habe das Stadtoberhaupt anfangs nur sehr zögerlich reagiert. Um Verden voranzubringen, brauche es eine “viel stärkere kommunale Unterstützung”.
Kreisvorsitzender Mohr betonte zwar, dass die CDU im Kreis Verden dank einiger Aktionen auf dem Weg zur “Mitmachpartei” weitergekommen sei, musste aber auch einen Rückgang der Mitgliederzahl um 40 auf gut 1100 einräumen. Zwei Dutzend Austritte seien politisch begründet worden, 2010 sei “bundespolitisch ein schwieriges Jahr” gewesen. Aber auch in schwierigen Zeiten gebe es immer wieder leuchtende positive Beispiele: So habe der Ottersberger CDU-Chef Reiner Sterna zehn Neumitglieder werben können.
Von Mohrs drei Stellvertretern trat nur Karl-Heinz Lichter erneut zur Wahl an, er wurde mit 90 Stimmen wiedergewählt. Je 89 Stimmen bekamen Tiina-Maarit Böse und Reiner Sterna, die Angela von Hollen und Lutz Bauche ablösten. Bauche wurde später zum Schatzmeister gewählt. Sein Vorgänger Jürgen Weber trat nicht mehr zur Wahl an, weil er den Kreis Verden verlässt. Neuer stellvertretender Schatzmeister wurde Joachim Otten, der an Stelle von Michael Gramse gewählt wurde. Arne Jacobs, der Kirchlintler CDU-Chef, wurde als Nachfolger von Christina Hinrichs zum Schriftführer gewählt. Als neue stellvertretende Schriftführerin erzielte Karin Cordes aus Langwedel mit 100 Prozent das beste Ergebnis des Abends. Ihre Vorgängerin war Claudia Dieckhoff-Glatt aus Ottersberg. Karl-Heinz Ahrendt löst als neuer Pressesprecher der Kreis-CDU Arne Jacobs ab. Neuer Stellvertreter ist der Verdener Junge-Union-Chef Marcus Iden, er bekam 94 der 95 gültigen Stimmen und folgt Johannes Habekost nach.
© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 12.03.2011

 

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