Mattfeldt spricht beim Kreisjägertag

Bedeutung als Naturschutzverband

Politischer Kreisjägertag mit Jagdverbandspräsident Dammann-Tamke

Verden – Noch ganz im Zeichen der Auszeichnung mit dem deutschen Engagementpreis stand der Kreisjägertag in Verden. Die Jägerschaft blickte aber zugleich in die Zukunft und leitete in der politisch geprägten Hauptversammlung des Verbandes im Vorstand einen Generationswechsel ein.

Der Präsident des Deutschen Jagdverbandes Helmut Dammann-Tamke ließ es sich in der Sitzung nicht nehmen, die Auszeichnung der Verdener Waidmänner und -frauen mit dem deutschen Engagementpreis zu würdigen. „Im Namen der gesamten deutschen Jägerschaft möchte ich zu diesem Erfolg gratulieren. Das war eine interessante Erfahrung als Verband“, sagte er und verwies auf die 700 000 Kontakte über die sozialen Medien während der Kampagne hin, die zu dem Publikumspreis führten. „Wir müssen unserer Bedeutung als anerkannter Naturschutzverband besser gerecht werden“, nannte Dammann-Tamke eine Konsequenz aus der Auseinandersetzung mit Gegnern der Jagdverbände.

Der höchste Funktionär der Jägerschaft in Deutschland ging aber auch auf die aktuellen jagdpolitischen Fragestellungen ein. „2,2 Milliarden Euro würde der flächendeckende Herdenschutz gegen den Wolf in Niedersachsen kosten. Diese Summe ist utopisch“, wurde er deutlich. Deswegen habe das Umweltministerium in Hannover entschieden, dass die Halter von Rinderherden und Pferden für deren Schutz selber verantworlich seien. Auch den neuen Praxisleitfaden zum Schnellabschuss von Problemwölfen kommentierte der Buxtehuder. „Frühestens ab dem ersten September wird es in Niedersachsen zur ersten Entnahme kommen“, sagte er. Die Saison der Weidetierhaltung sei dann aber schon fast vorbei. „Die Berliner Politik ist weit weg von den Themen der Menschen im ländlichen Raum“, machte er sich Luft.

Zuvor hatte der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) Umweltministerin Steffi Lemke scharf angegriffen. Ihre Beschlussvorlage zum Praxisleitfaden sei lediglich ein grünes Feigenblatt. Die Regelungen für die Entnahme der Wölfe, die den Herdenschutz mehrfach überwunden haben, würden am Ende die Entnahme verhindern. „Hier müssen die Jäger dringend eingebunden werden, um eine praktikable Lösung zu finden. Nur nach außen einen Leitfaden zu beschließen, bringt gar nichts. Das zerstört nur das Vertrauen der Jäger in die politisch Verantwortlichen“, war Mattfeldts Ansicht. Die Ministerin solle sich darum kümmern, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfes festgestellt wird und dann die Bestandregulierung regulieren. Weiter forderte Mattfeldt die Bejagung von invasiven Arten wie die Nutria hervor. Das Hochwasser habe die Wichtigkeit von sicheren Deichen gezeigt.

Aus der kommunalen Sicht wies Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) auf die Erfolgsgeschichte der Jäger mit den Waldjugendspielen im Stadtwald mit vielen Grundschulen hin. „Zum vierten Tag habe ich mit großer Freude Ja gesagt“, sagte Brockmann. Denn der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Jürgen Luttmann, kündigte an, dass die Veranstaltung künftig sogar vier Tage lang durchgeführt wird, weil die Nachfrage der Schulen so groß sei.

Auch in den Strukturen des Verbandes gab es personelle Veränderungen, die den Beginn eines Generationswechsels markieren. Luttmann stellte gleich drei neue Funktionsträger für den Vorstand vor, die alle einstimmig gewählt wurden. Als neuer stellvertretender Kreisjägermeister folgt Frederik von Bremen auf Christian Meier nach langjähriger Amtszeit. Nach sieben Amtsperioden stand auch Wolfgang Mohr nicht mehr zur Verfügung und Christina Bleckwenn übernimmt nun seine Aufgaben als Schatzmeisterin. Die neue Schriftführerin ist Lina-Sophie Blohme, die nach fünf Amtsperioden Doris Mengel-Arens ablöst. Im Namen des erweiterten Vorstandes bedankte sich Luttmann bei den ausscheidenden Vorstandskollegen, bevor Kreisjägermeister Hilmar Kruse im Streckenbericht einen Überblick über die Auswirkungen des Hochwassers auf die Wildtiere gab.  lee

VAZ 04.03.2024