MdB Andreas Mattfeldt auf Großbaustelle Erbhof

“Freue mich schon auf das erste Konzert im Festsaal”

Weitere Bundesmittel fraglich

Der CDU-Parlamentarier, derzeit in Sitzungspause, hat allen Grund, nach dem Rechten zu schauen, denn von den veranschlagten 1,4 Millionen Euro Kosten hat der Bund in zwei Abschnitten rund 410 000 Euro übernommen.

Samtgemeinde-Bürgermeister und Erbhof-Experte Gerd Schröder führte den Gast im Beisein von Altbürgermeister Hans Schröder durch das Schloss aus dem Jahre 1620.

Dass das Gebäude schon über 400 Jahre auf dem Buckel hat, war durchaus deutlich zu sehen, denn an allen Ecken und Enden waren Original-Bauteile freigelegt. „Leider sind wir auch auf einige unangenehme Überraschungen gestoßen“, so Gerd Schröder, der kein Geheimnis daraus machte, dass die Sanierung dadurch rund 200 000 Euro mehr kosten wird als ursprünglich veranschlagt (wir berichteten).

So muss die gesamte Kellersohle bis zu einem Meter tief per Hand mit Schaufel und Spitzhacke abgetragen werden. Fußboden auf Fußboden schichtet sich hier aufeinander – allerdings fehlen für tragende Wände die Fundamente. Die massiven Wände im 130 Quadratmeter großem Festsaal im Obergeschoss weisen Risse auf, die allesamt geflickt werden mussten. Und auch die weit über 400 Jahre alten Deckenbalken aus Eiche müssen in einem aufwendigen System angeschäftet und mit Hilfe von speziellen GFK-Profilen so verstärkt werden, dass sie in Kürze wieder die Schalung und das neue schwarze Schieferdach tragen können.

„All diese Arbeiten sind nur möglich, weil sowohl die Planer in den Architekturbüros als auch die Handwerker vor Ort absolute Spezialisten sind“, erläuterte Gerd Schröder. Der „Bauherr“ konnte erfreut berichten, dass die Arbeiten gut im Zeitplan liegen. Mit der Fertigstellung des Großprojektes ist im Spätherbst 2013 zu rechnen.

Andreas Mattfeldt, Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, meinte mit Blick auf die moderate Kostensteigerung. „Es wird schwer werden, noch einmal einen Nachschlag für dieses Projekt zu erhalten. Aber einen Versuch ist dieses Objekt allemal Wert. Schließlich ist der Erbhof nach dem Verdener Dom das bedeutendste bauhistorische Gebäude im Landkreis und zusammen mit dem Bremer Rathaus der einzige noch erhaltene Renaissance-Bau weit und breit.“

Mattfeldt weiter mit Blick auf den im Werden befindlichen Festsaal: „Es ist es wichtig, dass ein Konzept erstellt wird, damit der Erbhof nach der Fertigstellung mit Leben gefüllt wird, damit sich auch die Bevölkerung mit diesem Vorzeigeobjekt identifiziert. Ich freue mich schon auf das erste Konzert in diesen Räumen.“

Hier hakte Gerd Schröder ein: „Der mit viel Licht durchflutete Festsaal mit seiner ursprünglichen Ausstattung wird auf jeden Fall eine besondere Atmosphäre bieten.“· sp

Neu12 08 02 VAZ Erbhof T-hausenNeu erstellte hölzerne Bauteile müssen in luftiger Höhe wieder in die uralten Wandstrukturen integriert werden. Gerd Schröder, Hans Schröder und Andreas Mattfeldt (von links) bestaunen diese handwerkliche Präzisionsarbeit. Foto: ha/sp

 

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Mit speziellen GFK-Profilen werden die Balken so zusammengefügt, dass sie wieder schwere Lasten tragen können.

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft

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