Parteiübergreifende Standortwerbung

Staatssekretär Thomas Kossendey überzeugt sich in Schwanewede von der Attraktivität für die Bundeswehr

Von IRIS MESSERSCHMIDT Schwanewede. Konkrete Äußerungen über den Bundeswehrstandort Schwanewede wollte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) gestern während seines Besuches nicht machen. Nur eines, das sagte er deutlich: “Im Zuge der Freiwilligkeit werden sich alle Bundeswehrstandorte für die Soldaten als attraktiv erweisen müssen”. Dass Schwanewede in dieser Hinsicht einiges zu bieten hat, das wurde dem Staatssekretär vor Ort parteiübergreifend erläutert.
Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wird auf die noch vorhandenen Standorte einiges zukommen. Von derzeit 252000 Soldaten bundesweit soll auf 175000 reduziert werden, von den derzeit 396 Standorten befinden sich schon 30 (wie schon zu Zeiten des damaligen Verteidigungsministers Peter Struck geplant) in der Auflösung. “Wir werden allerdings weitere schließen müssen”, machte Thomas Kossendey deutlich. Dazu komme ab sofort die Freiwilligkeit des Bundeswehrdienstes. “Da können sich Bundeswehrstandorte nur halten, wenn sie mit ihrer Infrastruktur entsprechend attraktiv für die Soldaten sind”, ist sich der Staatssekretär sicher.
 

Vor diesem Hintergrund setzte vor einiger Zeit der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) auf ein klärendes Gespräch in Berlin, um für den Bundeswehrstandort Schwanewede zu werben. Damals versprach Thomas Kossendey, sich vor Ort über die Situation ein Bild zu machen. “Für uns ist dies ein bedeutender Besuch. So können wir ihnen persönlich zeigen, wie sehr die Bundeswehr und diese Gemeinde zusammenstehen, welch gute Rahmenbedingungen wir für diesen Standorterhalt geschaffen haben”, erklärte Bürgermeister Harald Stehnken.
Vorteil: Die Nähe zu Bremen Der Staatssekretär sollte nach dem Empfang im Rathaus nicht nur den Kindergarten Poselino und die Lützow-Kaserne besichtigen. Den Besuch nahmen die Kommunalpolitiker der Schwaneweder Parteien auch zum Anlass, zu demonstrieren, dass sie parteiübergreifend und geschlossen hinter Schwanewede als Bundeswehrstandort stehen. Die wichtigsten Argumente: Familienfreundlichkeit, den Eltern-Bedürfnissen angepasste Kindergarten- und Krippenplätze sowie die Nähe zu Bremen und damit einhergehend den hohen Freizeitwert, gute Einkaufs- sowie kulturelle Angebote.
Schon während des Empfanges im Rathaus wiesen auf den hohen Stellenwert der Kinderbetreuung in Schwanewede über Parteigrenzen hinweg die Landtagsabgeordnete Astrid Vockert (CDU) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Annette von Wilcke-Brumund hin. Landrat Jörg Mielke erklärte in dieser Standortwerbung deutlich: “Nicht nur auf Gemeindeebene gibt es keine bundeswehrfeindlichen Beschlüsse. Die gute Zusammenarbeit setzt sich ebenso auf Kreisebene fort, so ist Schwanewede in Jahrzehnten zu einer Bundeswehrgemeinde gewachsen. Im gesamten Landkreis ist die Stimmung sehr integrativ.”
Während Andreas Mattfeldt dem neuen Kommandeur, Oberfeldarzt Martin Kasper noch ein Kompliment über die Öffnung der Bundeswehr und die Akzeptanz seitens der Bevölkerung machte (“was der Erfolg des gerade veranstalteten ,Soldatentages’ beeindruckend demonstrierte”), wies auch der Kommandeur auf das gute Verhältnis zwischen Bundeswehr und Gemeinde Schwanewede hin. “Ich bin noch nicht lange an diesem Standort, war schon an verschiedenen anderen. Für Schwanewede kann ich nur sagen, dass ich solch eine Akzeptanz und so viel positive Unterstützung noch nie erlebt habe. Es gab bislang auch nicht ansatzweise ein ,Störfeuer’ gegen die Bundeswehr oder ihre Angehörigen.” Staatssekretär Thomas Kossendey, den aufgrund seiner Parlamentarischen Arbeit im Bundesverteidigungsministerium ganz besonders der persönliche Eindruck des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Schwanewede interessierte, zeigte sich schon im Kindergarten Poselino von den Angeboten in der Gemeinde Schwanewede beeindruckt. Ordnungsamtsleiter Helmut Tietjen hatte nämlich von den bedürfnisorientierten Kindergarten- und Krippenplätzen berichtet. “Bis Ende 2011 wird Schwanewede über 80 Krippenplätze verfügen, dann ist der komplette Bedarf gedeckt.” Auf Nachfrage von Kossendey gibt es laut Jörg Mielke zwar eine zentrale Erfassung von Tagesmüttern im Landkreis, “die werden in Schwanewede aber wenig gebraucht”, erklärte Tietjen. Darüber hinaus sei auf Wunsch der Eltern eine flexible Betreuungszeit der Kinder möglich.
Thomas Kossendey, der zu Beginn schon erklärt hatte, “wie es für die Standorte im Detail aussieht, das wird vor Oktober keiner verraten”, würdigte das Engagement der Schwaneweder Vertreter, sah die Gemeinde als sehr “familienfreundlich” und “auf einem äußerst positiven Weg.”

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 05.07.2011

 

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