Rotenburger Rundschau

Alternative liegt auf dem Tisch

Sued-Link: Tennet prüft weitere Stromtrassenführung – Von Stephan Voigt

Landkreis Rotenburg.  Die Gegner der Stromtrasse Sued-Link im Landkreis Rotenburg haben Grund, etwas Hoffnung zu schöpfen. Der Verdener Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) brachte nun eine alternative Trassenführung ins Gespräch. Diese wird vom Kabelnetzbetreiber Tennet und dem Bundesverteidigungsministerium geprüft.

Auf seiner Internetseite schreibt Mattfeldt, er und der Landkreis Verden hätten die alternativen Sued-Link-Trassierung vorgeschlagen. „Wir fordern einen Verlauf südlich ab Buxtehude entlang der B3 und anschließend der A7. Dies würde zum einen dem Bündelungsgebot entsprechen und zum anderen dem Planungsgrundsatz einer möglichst kurzen und gestreckten Leitungsführung. In diesem Fall wäre der Landkreis Verden nicht mehr von dem Trassenbau betroffen.“ Auch der Landkreis Rotenburg bliebe in einem solchen Falle von Sued-Link verschont. Allerdings gibt Mattfeldt zu bedenken, dass für seinen Vorschlag der Randbereich des Truppenübungsplatzes Bergen genutzt werden müsste.

Tennet-Sprecher Thomas Wagner bestätigt auf Rundschau-Nachfrage, dass Mattfeldt diese Idee sowohl mündlich als auch schriftlich formuliert hat und ergänzt: „Militärische Übungsflächen haben wir bislang immer ausgeschlossen, weil sie auch bei Windenergievorhaben tabu sind. Darum haben wir dort einen sehr hohen Raumwiderstand bei den Planungen zugrunde gelegt.“ Tennet werde sich nun aber an das Verteidigungsministerium wenden: „Wenn der Plan von Andreas Mattfeldt dort nicht auf allergrößte Widerstände trifft, dann werden wir ihn in das formelle Verfahren aufnehmen. Allerdings gibt es entlang der A7 auch viel Wohnbebauung. Da müssten wir uns eine genaue Trassenführung noch überlegen.“

Auf Mattfeldts Internetseite heißt es dazu, er habe einen Termin mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Markus Grübel, gehabt. Seitens des Ministeriums gebe es keinen grundsätzlichen Widerstand gegen die Nutzung eines Randbereichs des Truppenübungsplatzes.

Wann endgültige Klarheit darüber besteht, ob die Alternative tatsächlich eine mögliche ist, wollte Tennet-Mitarbeiter Wagner nicht genau beantworten: „Bei solchen Fragen bleiben wir lieber vage, weil das von vielen Faktoren abhängt – auch davon, wann sich die Bundeswehrverwaltung meldet. Ich denke aber, dass wir im Herbst mehr wissen.“

Sollte das Verteidigungsministerium generell die militärischen Übungsplätze für mögliche Stromtrassenführungen freigeben, dann hätte Tennet zahlreiche Alternativrouten zu prüfen, gibt Wagner zu. „Umso mehr Optionen wir haben, umso besser wäre es. Aber ich denke nicht, dass die Bundeswehrverwaltung so pauschal alle ihre Areale freigeben wird. Nun geht es erstmal darum, den Vorschlag von Herrn Mattfeldt zu prüfen und auf eine Antwort des Verteidigungsministeriums zu warten.“

Übrigens haben Bürger aus dem Landkreis am Montag, 7. Juli, auch die Möglichkeit, sich in Rotenburg in Sachen Sued-Link näher zu informieren. Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel mitteilt, wird dann ab 14.30 Uhr der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, für zwei Stunden im Rotenburger Ratssaal zu Gast sein und über die Aufgaben der Bundesnetzagentur in Bezug auf die Höchstspannungsleitung informieten.

Rotenburger Rundschau vom 2.7.2014

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