RWE Dea legt alle Leitungen lahm

Lagerstättenwasser nur in Tankwagen

VÖLKERSEN. „Die RWE Dea nimmt die letzten Leitungen für Lagerstättenwasser im Bereich der Gasförderung Völkersen vorsorglich außer Betrieb“, sagte jetzt der Pressesprecher des Unternehmens, Derek Mösche. Probenahmen an einer Lagerstättenwasserleitung hatten in Teilen erhöhte Benzolwerte aufgewiesen – und für erhebliche Unruhe in Bevölkerung und Politik gesorgt.
Aufgrund des noch nicht geklärten Befundes habe das Unternehmen umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, erklärte der RWE Dea-Sprecher.

Der Langwedeler Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) schreibt sich dagegen die Leitungsstilllegung flott auf seine eigenen Fahnen. „Ich freue mich, dass meine Gespräche mit Landrat, Landesbergamt und nicht zuletzt dem niedersächsischen Wirtschaftsminister am gestrigen Tag Erfolg hatten.“

Die RWE Dea habe nämlich auf massiven Druck des niedersächsischen Wirtschaftsministers Jörg Bode und des Landesbergamtes bekannt gegeben, alle Leitungen für Lagerstättenwasser in Völkersen außer Betrieb zu nehmen. Der Politiker hatte gestern eben dieses Vorgehen gefordert, bis die technischen Probleme endgültig geklärt seien.

 

Die im Jahr 2011 in Abstimmung mit Behörden und Gutachtern gemäß den Vorschriften durchgeführten Untersuchungen an den Leitungen hätten bisher keine Auffälligkeiten ergeben“, versichert Derek Mösche für die RWE Dea.
Dennoch sollen auch in diesen Bereichen vorsorglich weitere Bodenproben genommen werden. Das Unternehmen wolle der ortsansässigen Bevölkerung gegenüber ein deutliches Signal setzen, dass ihre Sorgen ernst genommen werden und sich das Unternehmen seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Gesellschaft bewusst sei. „Wir werden die Öffentlichkeit weiterhin kontinuierlich über neue Erkenntnisse auf dem Laufenden halten“, so Mösche.

In der CDU-Kreistagsfraktion meint man schon ein Stück mehr Erkenntnisreife gewonnen zu haben. „Bei unserem Besuch am Mittwoch in der Betriebsstätte Schülingen ist deutlich geworden, dass diese Leitungen vermutlich nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen“, so Wilhelm Hogrefe, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.

Nun konnte die CDU selbst nicht mit ausgemachten Fachleuten vor Ort aufmarschieren. Allerdings verweist man auf den 19. Januar und eine von der CDU beantragte Anhörung, die um 15.30 Uhr im Kreishaus beginnt. Hier sollen Sachverständige zu den aktuellen Fragen rund um die Gasförderung und das Fracking die nötigen Antworten geben.
RWE Dea habe mitgeteilt, dass man derzeit an einer Alternative zu der Verpressung von Lagerstättenwasser in der Nähe von Scharnhorst arbeitet, so die CDU. Wilhelm Hogrefe: „Es müsste doch möglich sein, diese Flüssigkeit, so zu reinigen, dass sie in eine Kläranlage oder direkt in einen Vorfluter eingeleitet werden kann.”

Damit wäre auch den Forderungen der Stadt Verden und des Trinkwasserverbandes Rechnung getragen. „Eine Verpressung belasteter Gewässer in den Untergrund im Gebiet großer Grundwasserspeicher ist auf Dauer nicht vertretbar“, erklärte dazu Fraktionsgeschäftsführer Jens Richter.jw

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft

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