RWE Dea unter neuem Namen

VON ECKART GIENKE UND MICHAEL KERZEL
Hamburg·Verden. Nach der Übernahme durch den russischen Investoren Michail Fridman wird das Hamburger Öl- und Gasförderunternehmen RWE Dea künftig wieder Deutsche Erdoel AG heißen. Das habe die Hauptversammlung beschlossen, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Diesen Namen trug die Firma bereits von 1911 bis 1970. Auch nach dem Eigentümerwechsel bleibe Dea ein deutsches Unternehmen; die Namen der internationalen Tochtergesellschaften würden entsprechend angepasst. Zudem wählte die Hauptversammlung einen neuen Aufsichtsrat, dem der frühere BP-Chef Lord John Browne vorsteht. Auch Fridman und German Khan, einer der Gründer der Investmentgesellschaft LetterOne, gehören dem Gremium an.

Der Vorstand unter der Führung von Thomas Rappuhn bleibt unverändert. Derzeit ist Dea mit 1440 Mitarbeitern in 17 Ländern aktiv. Das Unternehmen hält rund 160 Explorations- und Förderlizenzen im In- und Ausland.

Der Kreisverdener Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU) kritisiert die Übernahme. Er habe „größte Sorge“ um die Versorgungssicherheit Westeuropas. Die Unabhängigkeit von russischem Gas werde angestrebt und trotzdem die RWE Dea de facto an den größten russischen Oligarchen verkauft. Auch die Bürgerinitiative „No Fracking“ aus Völkersen zeigt sich besorgt. Ein international agierender Investor könnte rigoroser wirtschaftliche Interessen durchsetzen als ein zumindest teilweise regional verbundenes Unternehmen, sagte Sprecher Gerd Landzettel.

aus Verdener Nachrichten vom 04.03.2015

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