“Schnell und schnittig im Wind”

Andreas Mattfeldt informiert sich über die Zukunft der Residenz-Klinik Lilienthal

Von Judith Christiansen Lilienthal. “Dieser Standort ist richtig gut!”, sagt Dr. Jörg Müller über sein Krankenhaus. Er ist ärztlicher Direktor an der Residenz Klinik Lilienthal.Wie wird es mit dem Krankenhaus weitergehen? Um dieses Thema zu diskutieren trafen sich Bundestagskandidat Andreas Mattfeldt (CDU), der Landtagsabgeordnete Axel Miesner (CDU), Tanja Ruczynski aus dem Vorstand der CDU Lilienthal und Parteimitglied Eugen Pusch mit Dr. Müller und Marco Laugallies, Verwaltungsleiter der Residenz Klinik Lilienthal.



“Eine ortsnahe medizinische Versorgung schafft Sicherheit für die Menschen”, konstatierte Mattfeldt. Die Kosten für Medizin seien allerdings explodiert. “Die medizinische Versorgung wird besser und damit auch teuer. Durch die bessere Versorgung werden die Menschen älter”, so der Bundestagskandidat. Außerdem gebe es in Deutschland das Problem, dass es nicht genügend Ärzte für die kleinen Krankenhäuser gebe, weil die Ärzte an Uni-Kliniken, großen Krankenhäusern oder im Ausland mehr verdienen könnten. “Wir kennen diese Personalsorgen so nicht”, meinte Müller dazu. “Wir konzentrieren uns auf Berufswiedereinsteiger. Wir können moderne Medizin machen”, sagte der Mediziner weiter. Das Krankenhaus habe moderne Geräte da. “Wir sind schnell und schnittig im Wind”, so Laugallies. Dass das Krankenhaus eher klein ist, sei kein Nachteil.
Und wie sieht das Konzept für die Zukunft aus? Momentan gebe es in der Klinik zwei Fachgebiete: Allgemeine Chirurgie und Innere Medizin. Aber weitere Fachärzte sollen sich ansiedeln und Belegbetten in der Klinik haben, zum Beispiel ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Augenarzt. Auch eine gynäkologische Abteilung könne sich Müller vorstellen. Schon jetzt gebe es eine interdisziplinäre Darmkrebssprechstunde und eine Endoprothetik-Sprechstunde.
“Wir wollen wachsen”, betonte Laugallies. Das bedeutet konkret, dass die aktuell 74 Betten auf 250 Betten anwachsen sollen. Das sei aber nur möglich, wenn eine permanente Auslastung von 85 Prozent da sei. Und wie soll das gehen? “Wir versuchen, attraktiv für Praxen zu sein”, erklärte Laugallies. Außerdem sollen Patienten aus Bremen gewonnen werden. “Wir wollen Leuchttürme heranziehen. Kernkompetenzen sprechen sich ‘rum”, das bedeute, dass das Krankenhaus sich in manchen Bereichen spezialisieren will. Das Krankenhaus wolle nicht mit den Bremer Kliniken konkurrieren, sondern mit ihnen zusammen arbeiten.
Diese Pläne lassen sich laut Laugallies nur umsetzen, weil ein privater Träger die Klinik übernommen hat. “Wachstum ist ein anderes Ziel als alles so zusammen zu schrumpfen, dass das Krankenhaus sich gerade so noch hält.” Momentan sind 120 Mitarbeiter im Krankenhaus beschäftigt. Die private Trägerschaft sorgte zunächst für einige Verwirrung, weil einige dachten, jetzt könnten im Krankenhaus nur noch Privatpatienten behandelt werden. Das sei nicht der Fall, wurde betont.

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