Ski und Rodel schlecht

VON PETER MLODOCH
Hannover. Niedersachsens Schüler und Lehrer bekommen keine Ski-Ferien. Auch die unterrichtsfreie Zeit um Pfingsten wird nicht ausgedehnt. „Wir bleiben bei der bewährten Ferienregelung“, erklärte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Freitag in Hannover. Dies sei das Ergebnis eines umfangreichen Dialog- und Anhörungsverfahrens. „Die Idee von Winter- und/oder Pfingstferien hat bei den beteiligten Verbänden keine Zustimmung gefunden.“ Ende Januar/Anfang Februar gibt es also weiter nur zwei Tage sogenanntes Zeugnisfrei, an Pfingsten bleibt nur der Dienstag ohne Schule.
Während die Zeiten der großen Schulferien in der Kultusministerkonferenz ausgehandelt werden, kann jedes einzelne Bundesland gewisse Sonderurlaube selbst bestimmen. Dies geht dann allerdings zu Lasten der „großen Ferien“. So gewähren insbesondere die neuen Länder ihren Schülern und Lehrern ein bis zwei Wochen „Ski-Urlaub“ im Winter. Hamburg dehnt seine Pfingstferien auf eine Woche aus. Als vor zwei Jahren die Festlegung der Ferienordnung für die Schuljahre 2017/18 bis 2023/24 anstand, wurden in Niedersachsen ebenfalls Forderungen nach längeren Winterferien laut. „Wir Niedersachsen sind immer darauf angewiesen, zur teuersten Zeit in den Ski-Urlaub zu fahren, nämlich über Weihnachten oder Silvester“, beklagte sich etwa der Verdener Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt (CDU). Der Landtag forderte damals das Kultusministerium auf, längere Zwischenferien zu prüfen. 
Das Ergebnis fiel jetzt ziemlich einhellig aus: Ob Eltern, Schüler, Lehrer, Unternehmen oder Gewerkschaften – kaum einer der 37 vom Ministerium angehörten Verbände wollte an der bestehenden Regelung rütteln. Lediglich einige Kommunen hatten sich bei den Pfingstferien mehr Flexibilität – abhängig vom Sommerferienbeginn – gewünscht. Selbst die Tourismusbranche sagte klipp und klar nein. Von Winterferien würden nämlich nicht die heimischen Ziele, insbesondere nicht der Harz profitieren. Bei ein oder gar zwei Wochen würden die Leute gleich in die schneesicheren Gebiete der Alpen oder in entfernte südliche Gefilde reisen, so die Urlaubswirtschaft. Die Lehrerverbände warnten vor pädagogischen Problemen wegen der kürzeren Zeugnisintervalle, die Eltern vor zusätzlichen Betreuungsschwierigkeiten, der Landesschülerrat vor einem Kürzen der für Reisen und Jobs wichtigen Sommerferien. 

Weser Kurier vom 20.06.2015

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