Streit-Duell mit Thilo Sarrazin

Auf Einladung des CDU-Verbandes Bremen-Stadt unter der Leitung von Jens Eckhoff habe ich gestern an einer Diskussion mit Thilo Sarrazin teilgenommen. Dabei ging es um das provokante Buch von Thilo Sarrazin „Europa braucht den Euro nicht“.

Ich glaube, ich konnte deutlich machen, das es sich immer lohnt, auch über andere Sichtweisen nachzudenken und meine eigene Sichtweise in Frage zu stellen. Allerdings muss ich mich als gewählter Bundestagsabgeordneter im Gegensatz zu ihm in den kommenden Jahren für meine Entscheidungen bewerten lassen. Es macht schon einen Unterschied, ob man ein Buch verkaufen möchte oder ob man Entscheidungen treffen muss, die langfristig darauf angelegt sind, unsere Lebensqualität in Deutschland zu erhalten und auszubauen.

Kein Zurück zur DM

Ein Zurück zur DM gibt es für mich nicht, auch wenn es aktuell Probleme gibt. Im Gegensatz zu Thilo Sarrazin zählte ich seinerzeit bei der Einführung des Euro nicht zu den Verfechtern des Euro. Ich habe damals schon die Frage aufgeworfen, was passiert wenn ein Land zahlungsunfähig wird. Damals habe ich darauf keine befriedigende Antwort erhalten können und mir schwante schon Böses.

Es ist interessant zu sehen, dass die damaligen Verfechter des Euro, wie Thilo Sarrazin und Hans-Olaf Henkel, sich jetzt als große Gegner aufspielen. Das löst bei mir Befremden aus. Auch wenn es Probleme wegen der Situation in ein paar Mitgliedsstaaten gibt, kann es keine Lösung sein, die gemeinsame Währung aufzugeben. Das scheint mir in einer globalisierten Welt der absolut falsche Weg zu sein. Deshalb ist meine Devise, nicht jammern, sondern arbeiten und Probleme bewältigen und aus dem Weg räumen. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel arbeitet bis an den Rand der physischen Belastung daran und der von ihr verhandelte so wichtige Fiskalpakt, dessen Hauptpunkt die Einführung einer Schuldenbremse nach deutschem Vorbild darstellt, muss jetzt ratifiziert und umgesetzt werden. Ich bin ganz sicher, wir packen das!

Dabei brauchen wir allerdings keine Belehrungen aus dem Dollar-Raum insbesondere nicht von Barack Obama, der mit einer viel größeren Verschuldungs- und Wirtschaftskrise geplagt ist, als wir hier in Europa und damit nur von seinen eigenen Problemen ablenken will. Verglichen mit den Daten in den USA steht gerade Deutschland im Bereich der Arbeitsmarktentwicklung und des wirtschaftlichen Wachstums wesentlich besser da.

Es war eine provokante aber gleichzeitig auch sachliche Diskussion. Einigen wenigen Thesen von Thilo Sarrazin stimme ich zu, aber die Kernaussage aus seinem neuesten Buch teile ich nicht.

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