Stromtrasse: Verträglichste Lösung

Verdener Gespräch

Seit ein paar Monaten wissen wir, dass das Netzbauunternehmen TenneT die SuedLink-Leitung, die den Strom von Nord nach Süd transportieren soll, auch durch den Landkreis Verden führen möchte.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne bin ich aktiv geworden. In einem Treffen mit TenneT-Chef Lex Hartmann habe ich für einen Verlauf von Buxtehude südlich die B3 entlang und anschließend entlang der A7 geworben. Das würde dem Bündelungsgebot entsprechen. Dieses schreibt vor, wenn möglich, neue Infrastrukturvorhaben mit bereits bestehender Infrastruktur (Bahnstrecken, Straßen, Stromtrassen etc.) zu bündeln. In diesem Fall wäre der Landkreis Verden nicht mehr von dem Trassenbau betroffen. Von TenneT wurden seinerzeit zahlreiche Argumente ins Feld geführt, weshalb der von uns im Landkreis Verden favorisierte Trassenverlauf (entlang der B3 und der A7) nicht realisierbar sei. Diese Punkte arbeite ich zurzeit nach und nach ab, um einen für Mensch und Umwelt positiveren Verlauf realisieren zu können.

Im Zuge dessen habe ich auch mit der für die endgültige Genehmigung des Trassenverlaufs zuständigen Bundesnetzagentur gesprochen. Der Präsident der Bundesnetzagentur zeigte ebenfalls keine Einwände gegen den oben genannten alternativen Trassenverlauf. In der nächsten Sitzungswoche treffe ich mich mit Staatssekretär Markus Grübel im Bundesverteidigungsministerium, um zu sehen, wie das Randgelände des Truppenübungsplatzes in Bergen für den Bau dieser Stromtrasse genutzt werden kann. Das Bundesverteidigungsministerium prüft hierzu derzeit die rechtliche Lage. An diesem Termin nehmen auch der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Wilhelm Hogrefe sowie Landrat Peter Bohlmann teil. Nach meinem Dafürhalten ist es sinnvoll, die ohnehin nicht voll nutzbaren Randgebiete für den Trassenbau zur Verfügung zu stellen. Ich bin der festen Überzeugung – vorausgesetzt militärisch spricht nichts dagegen – dass auch die Bundeswehr ihren Beitrag zur Energiewende leisten muss.

Mein Ziel ist es, eine für die Region möglichst verträgliche Lösung zu finden. Deshalb bin ich gemeinsam mit Landrat Peter Bohlmann, Bürgermeister Rodewald sowie der Kreis-CDU aktiv und wir ziehen an einem Strang um das Beste für uns Kreisverdener zu erreichen.

Vor drei Jahren hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Dieser Beschluss wurde von einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung gefordert und mitgetragen. Nun muss er umgesetzt werden und das heißt unter anderem, dass neue Leitungen gebaut werden müssen, die den Strom aus den erneuerbaren Energien – im Falle von SuedLink Strom aus im Norden gewonnener Windenergie – dorthin transportieren, wo er benötigt wird. Es geht mir nicht darum, die Stromleitung zu verhindern, sondern einen für Mensch und Natur möglichst verträglichen Trassenverlauf zu erreichen. Wir Kreisverdener erwarten, dass auf den Stellenwert der sanften Erholung, der Dorferneuerung und das Konzept des geschützten Freiraums Rücksicht genommen wird. Hierfür werde ich weiterhin bei den zuständigen Stellen kämpfen – als Bundestags- sowie als Kreistagsabgeordneter.

Andreas Mattfeldt, Kreistagsabgeordneter und Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU)

aus Verdener Aller Zeitung vom 12.06.2014

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