Suche nach neuem Erdgas muss gestoppt werden

Ich habe erneut den Kampf gegen die Erdgasförderung in unserer Region aufgenommen. Wie kürzlich bekannt wurde, will der Erdgasförderbetrieb DEA die Förderung von Erdgas in Langwedel und Scharnhorst durch neue Bohrungen ausweiten. Die Einrichtung einer neuen Bohrstelle in Sichtweite von Langwedel-Förth ist demnach bereits in Planung. Weiterhin soll laut DEA mit der neuen Förderbohrung „Völkersen Z12“ nordöstlich von Scharnhorst ein weiterer Bereich der Erdgas-Lagerstätte erschlossen werden. Eine alarmierende Meldung für alle, die sich wie ich seit Jahren für ein komplettes Verbot der Erdgasförderung in verdichteten Siedlungsräumen und in Trinkwasserschutzgebieten einsetzen. Sollte das Fördervolumen noch weiter gesteigert werden, prognostiziere ich weitere heftige Erdbeben, für die die Anwohner und die Umwelt am Ende erneut die Zeche zahlen werden.

Ich werde nun versuchen, auf das Landesbergbauamt einzuwirken, um eine Genehmigung neuer Bohrungen in Langwedel und Scharnhorst zu verhindern. Ich werde mich dazu Anfang März mit Vertretern des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover zusammensetzen. Der Schutz unserer Heimat hat für mich hier absoluten Vorrang. Angesichts bereits mehrmals eingetretener massiver Erdbeben mit umfassenden Schäden kann ich nicht nachvollziehen, wie eine ganze Region dem Profitstreben eines einzelnen Unternehmens geopfert werden kann. Ich fordere eine umgehende unabhängige Untersuchung zu den Folgen der Erdgasförderung hinsichtlich seismischer Ergebnisse sowie eine Ablehnung des Förderantrages durch das Landesbergbauamt.

Nicht weniger erschütternd als die erneut geplanten Bohrungen ist aus meiner Sicht, dass das SPD-geführte Bundeswirtschaftsministerium scheinbar überhaupt keine Bedenken angesichts einer erneuten Steigerung des Fördervolumens hat. In einem Antwortschreiben des Bundeswirtschaftsministeriums auf meine Anfrage im Januar hatte Brigitte Zypries erklärt, sie sehe keinen Anlass für weitreichendere Handlungen. Es dürfe nicht vergessen werden, so die Ministerin weiter, „dass die heimische Gasförderung die Wirtschaft der Region stärke.“ Eine Aussage, die für mich absolut nicht nachzuvollziehen ist. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Durch die Erdgasförderung wird die heimische Wirtschaft vielmehr massiv geschwächt. Schon jetzt ist eine baulandplanerische Stagnation eingetreten, die für eine einst prosperierende Umlandregion wie die hiesige eigentlich untypisch und klar auf die negativen Auswirkungen der Erdgasförderung zurückzuführen ist. Landwirten droht der Existenzverlust, Betriebe siedeln sich in direkter Nähe zur Autobahn nicht mehr an oder wandern sogar ab. Eine weitere Folge ist ein massiver Wertverlust der Häuser und Grundstücke in der Region. Ich fordere im Zuge dessen auch Ministerpräsident Weil erneut auf, als einflussreiche Person innerhalb seiner Partei niedersächsische Interessen zu vertreten und sich ein für alle Mal ernsthaft dem klaren Ziel eines kompletten Verbots der Erdgasförderung in Trinkwasserschutzgebieten und verdichteten Siedlungsräumen anzunehmen. Zudem verlange ich endlich konkrete Antworten auf meine bereits vor Monaten an die niedersächsische Landesregierung formulierten Fragen, wie Erdbeben in Zukunft verhindert werden sollen.

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