Wanderausstellung stieß auf großes Interesse

Schon mal geschwänzt? Ja
Achimer Hauptschüler fragten – Bundestagsabgeordneter antwortete freimütig

DAUELSEN /ACHIM (la). Dass ihn seine erste große Liebe im Alter von 18 Jahren verließ, habe ihn lange sehr mitgenommen, und Ja – er habe nach einer langen Freitags-Disconacht mal die Schule geschwänzt und selbst die Entschuldigung geschrieben.
So ungezwungen und offenbar auch mit Vergnügen stand der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt aus Langwedel-Völkersen Achimer Hauptschülerinnen und -schülern der 9a in Dauelsen Rede und Antwort. Insgesamt 37 Fragen hatten die Achimer im Politikunterricht vorbereitet. Natürlich waren es meistens eben nicht Journalistenfragen, wie sie Mattfeldt gewohnt ist.
Anlass der Treffens war die in den Berufsbildenden Schulen Dauelsen eröffnete Wanderausstellung zum Bundestag und der Arbeit des Parlaments.

Während diese Ausstellung etlichen Schülern und auch ihrem Politiklehrer Dominik Lerdon etwas ärmlich und langweilig vorkam, entwickelte sich die Begegnung mit dem Bundestagsmitglied zum interessanten Erlebnis.
Zwischen 300 und 400 SMS erhalte er monatlich, sende selber aber noch einige mehr, erfuhren die Jugendlichen, und auch aus seinem Gehalt machte der frühere Langwedeler Bürgermeister kein Geheimnis: 7668 Euro brutto verdient er monatlich in Berlin. Das seien zwischen 4000 und 4500 Euro netto, teilte er den mit offenem Mund lauschenden Schülern mit. Dazu kämen 3800 Euro Aufwandsentschädigung – für Auto, Wohnung und Bezahlung von Angestellten etwa.
Als erklärter Guttenberg-Fan ließ Mattfeldt dieses Thema natürlich nicht aus: Der Mann werde zurückkommen – wahrscheinlich irgendwann als bayerischer Ministerpräsident und später als Kanzler. Adelsdünkel gebe es bei Karl-Theodor zu Guttenberg überhaupt nicht: der junge Baron habe morgens auch Reinigungskräfte im Bundestag stets freundlich gegrüßt. Und abgeschrieben habe doch fast jeder schon mal, so Mattfeldt.

Auch um die Kanzlerin ging es in Dauelsen. Einmal sei er mit Angela Merkel über Kreuz geraten, so der CDU-Politiker. Dabei habe es sich es um die Frage gedreht, ob Reiche mit einem Jahreseinkommen von über 500 000 Euro in jedem Fall Kindergeld zahlen sollten oder nicht. Überrascht hörten die Schüler zudem, dass Angela Merkel nicht etwa in einer teuren Villa, sondern in einer normalen Berliner 180-Quadratmeter-Wohnung zu Hause sei.
Eine Viertelstunde sollte die „Befragung“ Mattfeldts dauern. Daraus wurde schnell eine Dreiviertelstunde, und die Schüler seien danach sehr angetan gewesen von der unverkrampften Art dieses Bundespolitikers, berichtete Dominik Lerdon. Es sei der Satz gefallen, dass Politik durchaus „geil“ sein könne. Nur einmal hielt sich Mattfeldt bedeckt. Er bejahte zwar, dass er Merkels Telefonnummer kenne. Bekannt geben wolle er sie aber nun doch nicht, schmunzelte der Bundestagsabgeordnete.

Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt aus Langwedel (am Tisch, mit Krawatte) hatte offenbar Spaß daran, sich auch unkonventionellen Fragen der Achimer Hauptschulklasse 9a in der Schule in Dauelsen zu stellen – die der heute 41-Jährige selber einst besucht hatte.

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft
 

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