Was sich der hiesige Mittelstand wünscht…

Landkreis Osterholz (msö). Der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt hat angekündigt, sich als Haushaltspolitiker in besonderem Maße den Interessen des Mittelstandes verpflichtet zu sehen und damit nicht zuletzt auch Impulse für die Wirtschaft in seinem Wahlkreis Osterholz-Verden zu setzen. „Gerade dort ist es der Mittelstand, der die Arbeitsplätze stellt und die Steuern entrichtet“, erklärte der CDU-Parlamentarier nach einem Gespräch, das er mit Daniela Bessen führte, der für die Region um die Städte Osterholz, Rotenburg und Verden zuständigen Beauftragten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft – Unternehmerverband Deutschland (BVMW). Mattfeldt verwies auf seine Rolle als Mitglied im Haushaltsausschuss, der in dieser Legislaturperiode auch den Etat des Bundeswirtschaftsministeriums verwaltet. Er habe den Mittelstand in der Region bereits in den vergangenen vier Jahren nach Kräften unterstützt. „Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dies auch bei dem einen oder anderen Projekt zusammen mit dem BVMW zu tun.“
Doch in welcher Weise könnte die Förderung erfolgen, die der Mittelstand benötigt, um Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands zu bleiben? Jürgen Blome (60), Inhaber der Blome Elektrik GmbH in Osterholz-Scharmbeck, würde seinen Bundestagsabgeordneten gerne beim Wort nehmen, wünscht sich aber weniger die von Mattfeldt in Aussicht gestellte punktuelle Unterstützung für dessen Wahlkreis, sondern das Gelingen der Energiewende als das große zukunftsweisende Projekt überhaupt. „Was auf diesem Feld im Moment geschieht, ist keine Förderung, sondern eher ein Hemmnis für die konjunkturelle Entwicklung“, so Blome. „Die Bereitschaft, in Solarstrom und Windparks zu investieren, wird sinken, befürchte ich. Und Braun- und Steinkohle haben auch keine Zukunft.“ In Blomes Betrieb, der unter anderem Photovoltaikanlagen installiert, arbeiten 16 Angestellte, darunter vier Auszubildende.
Seine Auszubildenden, so der Osterholzer Innungsmeister, muss er aus einem größeren Kreis von Bewerbern mit vielen sich für den Elektrikerberuf wenig eignenden Jugendlichen herausfiltern. „Gute Leute zu bekommen, ist schwierig geworden“, gibt Blome zu. Und das hat für ihn zwei Gründe. „Die Schule ist nicht mehr in der Lage, die wesentlichen Grundlagen in der Rechtschreibung und in der Mathematik zu vermitteln, und das Handwerk hat heute nicht mehr nur ein schlechtes Image, sondern gar keines.“ Beide Missstände könnten beseitigt werden – durch bessere Öffentlichkeitsarbeit des Handwerks auf der einen und eine anders ausgerichtete Bildungspolitik auf der anderen Seite.
Was die Werbung für den Handwerksberuf angeht, so müsste laut Blome die Möglichkeit, eine mit einem Studium verbundene Berufslaufbahn auf die solide Basis einer Lehrausbildung zu gründen, stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden. „Es ist sicher der bessere Weg, zu wissen, ob das auch praktisch gehen kann, wenn ich etwas auf dem Reißbrett plane.“

Osterholzer Kreisblatt 1.2.2014

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