Wertgutachten für Kaserne ist fertig

Ergebnis geht der Gemeinde in den nächsten Wochen zu / Übungsplatz soll nationales Naturerbe werden

VON GABRIELA KELLER

Schwanewede. Wie viel Geld müsste die Gemeinde Schwanewede für den Kauf des ehemaligen Geländes der Lützow-Kaserne hinblättern, um dort wie geplant Wohnungen, Arbeitsplätze und Freizeitmöglichkeiten zu schaffen? Bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat man in den vergangenen Monaten fleißig gerechnet. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Welche Summe unterm Strich steht, weiß die Gemeinde Schwanewede indes noch nicht. „Das Wertgutachten ist fertig, wir kennen aber noch keine Details“, teilt der Schwaneweder Konversionsbeauftragte Jens Bunk mit.

Das Gutachten werde derzeit noch im Haus der Bima beraten, erfuhr die Gemeinde beim jüngsten Treffen der Arbeitsgruppe Konversion von einem Bima-Vertreter. „In den nächsten Wochen“, so hieß es, werde das Wertgutachten der Gemeinde zugehen. Die wird es umgehend an das Sozialministerium in Hannover weiterleiten. Dort liegt seit 1. Juni 2015 ein Antrag der Schwaneweder auf dem Tisch. Das ehemalige Kasernenareal samt der früheren Standort-Verwaltung und dem Gelände des Offizierskasinos soll Sanierungsgebiet werden. Die Gemeinde hat dafür Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau West“ beantragt. Ein vom Bremer Sanierungsträger Baubecon erstellter vorläufiger Kostenplan geht von 23,7 Millionen Euro für die geplante zivile Nachnutzung des Kasernengeländes aus. Sollte Schwanewede in das Förderprogramm aufgenommen werden, müsste die Gemeinde die Kosten nicht allein tragen. Bund und Land würden sich mit je einem Drittel beteiligen.

Am 7. Dezember nahmen Vertreter des Ministeriums bei einem Treffen mit Vertretern der Gemeinde und des Sanierungsträgers Baubecon, der die Schwaneweder Konversionsplanung begleitet, das ehemalige Kasernengelände in Augenschein. „Eine Wertung oder ein Signal gab es bei dieser Gelegenheit noch nicht“, so Jens Bunk. „Im Sommer dieses Jahres werden wir Bescheid bekommen, ob wir mit unserem Antrag in das Programm aufgenommen werden oder nicht.“

Derzeit nutzt das Land die Kaserne als Notunterkunft für rund 2000 Flüchtlinge. Die aktuelle Planung sieht eine Unterbringung bis Ende 2016 vor. Die Planungen für die Zukunft des Geländes würden dadurch nicht behindert, so Bunk. „Der Konversionsprozess läuft wie geplant weiter.“ Als Nächstes möchte die Gemeinde mit der Bauleitplanung beginnen. Die Politik soll dazu das Startsignal geben.

Eine Weiche für die Zukunft des Standort-Übungsplatzes in Schwanewede hat am Mittwoch der Haushaltsausschuss des Bundestags gestellt. Das 460 Hektar große Areal soll der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) als nationales Naturerbe angeboten werden, teilt der für den Landkreis Osterholz zuständige Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt mit. Der CDU-Politiker ist Mitglied im Haushaltsausschuss. Neben dem Schwaneweder Übungsplatz solle auch das 403 Hektar große Gelände der früheren Munitionsanstalt „Muna“ in Lübberstedt in das nationale Naturerbe übertragen werden.

„Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses ist vonseiten des Bundestages ein erster wichtiger Schritt zur Übertragung der Flächen in das nationale Naturerbe getan. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die DBU entscheidet“, so Mattfeldt. Das weitere Verfahren sehe vor, dass die Deutsche Stiftung Umweltschutz die angebotenen Flächen prüft und danach über die Aufnahme entscheidet.

Der Übungsplatz in Schwanewede wird von der Bundeswehr noch für die Kraftfahrzeug-Fahrschulausbildung genutzt. Die Gemeinde Schwanewede drängt darauf, dass der Platz geschlossen wird. Der Schwaneweder Gemeinderat hat sich mehrheitlich für eine Aufnahme der Fläche in das nationale Naturerbe ausgesprochen.

Die Bundeswehr und der Landkreis Osterholz bemühen sich seit Längerem um eine Verlegung der Fahrschulstrecke nach Garlstedt. Eine Machbarkeitsstudie hatte drei Flächen zur Prüfung vorgeschlagen. Zwei liegen direkt auf dem Übungsplatz der Logistikschule in Garlstedt, eine weitere außerhalb des Übungsplatzes im niedersächsischen Landesforst „Schmidts Kiefern“. Eine Entscheidung steht noch aus. Als Termin für eine mögliche Verlegung der Fahrschulstrecke steht das Jahr 2018 im Raum.

aus OHZ Kreisblatt/Die Norddeutsche vom 15.01.2016

 

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