Wir müssen mehr für unsere Dorfläden tun

Ich sorge mich um die Nahversorgung der kleinen Ortschaften. Der letzte Lebensmittelladen ist dort oft schon lange dicht, Bäcker, Fleischer und Gastwirtschaften haben ebenso aufgegeben, wie Bank- oder Postfilialen. Die Wege zum Einkaufen werden immer länger. Da hilft ein ehrenamtlich betriebener Dorf-Begegnungsladen. In vielen Fällen beteiligt sich die Dorfgemeinschaft sogar finanziell. Davon haben die beteiligten Bürger und Kommunen nur eine einzige Rendite: Ihr Gewinn ist die erheblich gesteigerte Lebensqualität im kleinen Ort. Solche Dorfläden mit angehängtem Café wie in Otersen, Bendingbostel, Meyenburg und bald in Otterstedt werden schnell zum einzig verbleibenden sozialen Treffpunkt im Ort.

Für diese im ländlichen Raum lebenswichtigen, multifunktionalen Dorfläden vermisse ich allerdings praktikable Fördermöglichkeiten. Darüber habe ich bei einem Treffen in Berlin mit dem Vorsitzenden der Dorfladen-Bundesvereinigung, Günter Lühning und meinem CDU-Bundestagskollegen Christian Haase, dem  kommunalpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesprochen. Wir müssen eindeutig mehr für den Erhalt der nicht auf Profit ausgerichteten Dorfläden tun. Deshalb rege ich die Hilfe des Bundes beispielsweise für dringend notwendigen energetischen Sanierungen an, die Energieeffizienzberatung und die Qualifizierung von Mitarbeitern, die oft aus ganz anderen Berufen stammen.  Gegebenenfalls brauchen wir auch eine Sockelförderung. Steigende Mindestlöhne fressen die schmalen Gewinne auf, die wenn überhaupt in solchen Randlagen erzielt werden können. Das verhindert dringend notwendige Investitionen der Dorfläden, beispielsweise in stromsparende Kühlkonzepte und Gebäudesanierungen. Die jedoch sind wichtig, um den CO2-Ausstoß zu senken und den Stromverbrauch sowie die steigenden Energiekosten in den Griff zu bekommen.

Gerade hier greifen die aktuellen Förderinstrumente der Bundesregierung nicht. Das müssen wir dringend ändern! Derzeit werden schwerpunktmäßig vor allem große Ketten und Betriebe gefördert, um schnell nennenswerte Ergebnisse zu erzielen. So richtig das mit Blick auf unsere Klimaschutz-Ziele ist, so wichtig ist es gerade angesichts des dramatischen Rückzuges der Lebensmittler aus der Fläche, den ländlichen Raum dabei nicht abzuhängen. Das wird durch eine Untersuchung des unabhängigen Thünen-Instituts untermauert. Es hat ermittelt, dass seit 1990 knapp 85 Prozent der kleinen Lebensmittelläden unter 400 Quadratmetern Ladenfläche dicht gemacht haben.

Insbesondere die energetische Beratung im Vorfeld eines erforderlichen Umbaus ist für diese kleinen Läden enorm wichtig, aber kaum finanziell zu leisten. Da müssen wir die Hilfen des Staates im Interesse der Menschen in den kleinen Ortschaften einfach schärfen und zudem dafür Sorge tragen, dass sich dringend nötige Investitionen in den Klimaschutz für diese Dorfläden schneller bezahlt machen. Derzeit gibt es Amortisationszeiten von mehr als 20 Jahren, bei denen kein vernünftiger Unternehmer investieren würde, geschweige denn ein Dorfladen, der auf ehrenamtliche Helfer sowie Spenden und Finanzspritzen der  Dorfgemeinschaft setzen muss, um zu überleben“.

In meinen Augen ist hier in besonderer Weise der Bund gefordert, damit das große genossenschaftliche und auch ehrenamtliche Engagement für diese Dorfläden nicht ins Leere läuft. Deshalb will ich der Dorfladen-Bundesvereinigung gerne zeitnah weitere Gespräche mit Experten der zuständigen Bundesministerien und Fachleuten der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag vermitteln.

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