Wir müssen unsere Tagespflegen stärken und die familiennahe Pflege ausbauen

Wenn Familienmitglieder ihre Angehörigen pflegen, dann reicht ihre Kraft meist nicht, um das rund um die Uhr und zusätzlich zum Job zu machen. Hier können ehrenamtliche Pflegehelfer entlasten, die spontan einspringen und die Tagespflegeeinrichtungen, die einen verlässliche Tagesbetreuung garantieren. Dieses erprobte und vor allem auch im ländlichen Raum bewährte Modell, bei dem die gepflegte Person den Bezug zu seinem Zuhause und seinem familiären Umfeld nicht verliert, ist durch einen Gesetzesvorstoß des Bundesgesundheitsministeriums in Gefahr geraten. Ich bin sehr dankbar, dass mich deshalb die Inhaberin und Pflegedienstleitung der Tagespflege Hubertus in Langwedel, Bianca Boss, alarmiert hat und bin sofort in ihre Pflegeeinrichtung gekommen, um das Problem anzugehen.

Im Bereich der Tagespflege stehen derzeit durch die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen viele Existenzen auf dem Spiel. Gerade angesichts der Tatsache, dass wir auf Bundesebene in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen haben, die Pflege zu stärken, ist für mich eine Schwächung der Tagespflegen nicht hinnehmbar. Das wäre kontraproduktiv.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich  direkt Kontakt mit Gesundheitsminister Jens Spahn aufgenommen und sichergestellt, dass die angekündigten und für die Tagespflegeeinrichtungen existenzgefährdenden Gesetzesänderungen so nicht in die Umsetzung gelangen. Darüber bin ich sehr froh. Wir alle wissen, dass die Sicherstellung einer menschenwürdige Pflege eine der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Generation ist. Deshalb müssen wir alles dafür tun, die Pflege zu stärken, sowohl stationär als auch ambulant. Wichtig ist mir dabei eine beständige Kontrolle. Nur so können wir sicherstellen, dass die zu pflegenden Person alle Leistungen erhält, für die bezahlt wird. Das trägt auch dazu bei, der sogenannten Pflege-Mafia einen Riegel vorzuschieben.

Das darf aber auf keinen Fall dazu führen, dass die zuverlässig arbeitenden Pflegeeinrichtungen, wie die Tagespflege Hubertus darunter leiden müssen. Im Gegenteil: Diese müssen schnellstens in den Normalbetrieb zurückkehren dürfen, damit den zu pflegenden Menschen nicht zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und sie ihren Lebensmut verlieren, der auch in der Tagespflege so behutsam wie beständig mit aufgebaut worden ist. Die Routine der Tagespflege, vom Abholen, über das gemeinsame Lesen, Spielen und Essen gibt den Betroffenen sehr viel Sicherheit zurück. Es sorgt für Leben in ihrem Alltag, ohne das Zuhause aufgeben zu müssen.

Es ist wichtig, dass die Zuzahlungen für solche hilfreichen Tagespflegeplätze über das heutige Maß hinaus nicht steigen. Andernfalls können sich die Familien das nicht mehr leisten und müssen ihre Angehörigen in vollstationäre Einrichtungen geben. Damit wäre keinem und am wenigsten den zu Pflegenden geholfen.

 

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