Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Landkreis Verden steigt weiter

Leider mussten wir auch im vergangenen Monat wieder beobachten, dass die Zahl der Hartz-IV-Empfänger im Landkreis Verden weiter angestiegen ist. Obwohl bundesweit die Zahlen der Langzeitarbeitslosen rückläufig sind, beobachten wir in Verden leider einen kontinuierlichen Anstieg von Hartz-IV-Empfängern.

Interessant ist, dass in den Nachbarkreisen in den vergangenen Monaten die Langzeitarbeitslosenzahl zurückgegangen ist, während in Verden im Januar 2012 77 Langzeitarbeitslose mehr als im Vormonat und sogar 195 mehr als im Vorjahresmonat zu verzeichnen waren. Hier darf die Frage erlaubt sein, warum dies so ist und warum unsere wirtschaftlich schwächeren Nachbarkreise diese Probleme nicht haben.

Da die Aufsicht über die Aufgabendurchführung beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration liegt, habe ich Ministerin Özkan gebeten, zu überprüfen, ob die ALV ihre Arbeit korrekt erledigt und worin die Gründe für diese so viel schlechteren Zahlen im Landkreis Verden liegen. Interessanterweise hat Landrat Bohlmann diese Nachfrage – wie die Presse berichtete – als „petzen“ bezeichnet. Wenn meine Sorge um das Geld der Steuerzahler und um das Wohl der Hartz-IV-Empfänger als petzen bezeichnet wird, dann bin ich gerne eine Petze. Solche Diffamierungen werden mich aber nicht davon abhalten, weiterhin nachzubohren, warum die Zahlen im wirtschaftlich starken Landkreis Verden so schlecht sind. Zahlreiche Zuschriften von Betroffenen bestärken mich darin, weiter zu machen bis wir eine Besserung für die Menschen erreichen können.

Von Seiten des Landkreises wird immer wieder eine Kürzung der Bundesmittel für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen als Grund für die oben geschilderte Entwicklung angeführt. Dabei wird allerdings ein schiefer Vergleich gewählt. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Gelder dafür in der Tat gekürzt worden. Das liegt allerdings daran, dass die Eingliederungsmittel 2010 außerplanmäßig erhöht worden waren, um die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Vergleicht man dagegen die Höhe der Eingliederungsmittel mit den Zahlen von 2008, so sieht die Sachlage anders aus. In Anbetracht der Tatsache, dass die Langezeitarbeitslosenzahlen bundesweit massiv zurückgegangen sind, stehen heute jedem Hartz-IV-Empfänger pro Kopf mehr Gelder zur Verfügung als noch vor der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Natürlich erkenne ich die positive Arbeit der ALV im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit an. Hier ist ausgezeichnet gearbeitet worden und Verden ein Leuchtturm für Perspektiven von jungen Menschen im Arbeitsmarkt.

Ich bin nicht aber nicht länger bereit, hinzunehmen, dass die Langzeitarbeitslosenzahlen sich in Verden derart schlecht entwickeln wie oben geschildert. Das belastet nicht nur die Steuerzahler, sondern vor allem die Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Ich kenne diese Schicksale aus meinem direkten Familienumfeld genau und weiß wie sehr die Menschen unter der Arbeitslosigkeit leiden. Wenn das bedeutet, dass ich weiterhin als Petze bezeichnet werde, dann werde ich gerne zur Diplom-Petze.

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