Zu Besuch in der Aller-Weser-Klinik

Mattfeldt KrankenhausbesuchAm vergangenen Freitag war ich zu Gast in der Aller-Weser-Klinik um mit der Krankenhausleitung über die anstehende Krankenhausreform zu sprechen. Mit der von der Bund-Länder-Kommission geplanten Krankenhausreform befürchtet die Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik, Marianne Baehr, eine weitere Verschlechterung der Finanzsituation ihrer Krankenhäuser. Baehr wirft der Strukturreform der Bund-Länder-Kommission vor, dass die vorgesehenen Änderungen die Kernprobleme ungelöst lassen und die Situation sogar noch verschlechtern würden. So sei vorgesehen, im Jahr 2017 eine Kürzung der Mittel für die Krankenhäuser von 1 Mrd. Euro vorzunehmen. Auch der Versorgungszuschlag für die Krankenhäuser soll 2017 ersatzlos gestrichen werden. Laut Baehr würden der Klinik dadurch erhebliche finanzielle Einbußen drohen, die für die Finanzierung des Personals dringend benötigt werden. Ein Personalabbau wäre unvermeidbar. Um die gute Qualität der Klinik zu gewährleisten, dürften nicht noch mehr Stellen gestrichen werden. Ich habe erfahren, dass schon jetzt eine Pflegekraft 10-14 Patienten betreuen muss. Die Arbeitsbelastung ist enorm und viele Pflegekräfte würden ins Ausland abwandern, weil dort die Arbeitsbedingungen besser sind. Um sie zu halten und um neue dringend benötigte junge Pflegekräfte zu gewinnen bin ich mit Frau Baehr einer Meinung, dass die finanziellen Mittel und das Arbeitsumfeld deutlich verbessert werden müssen. Auch befürchtet Baehr ein Ausufern der Dokumentierung der Leistungen und der Bürokratie.

Ich weiß um diese Problematik der Krankenhäuser und traf mich aus diesem Grund im Krankenhaus in Verden mit der Geschäftsführerin Frau Baehr, der Pflegedirektorin Christine Schrader sowie den ärztlichen Direktoren Dr. med. Peter Ahrens und Dr. Stephan Sehrt um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Ich kann die Kritik der Krankenhausverwaltung nachvollziehen und verstehe ihre Befürchtungen. Und auch ich finde – obwohl einige Kritikpunkte der Krankenhäuser schon aufgenommen wurden – müssen wir bei der geplanten Reform noch weiter nachsteuern. Ich setze mich dafür ein, dass die Krankenhäuser finanziell nicht schlechter gestellt werden dürfen, damit wir die hohen Qualitätsstandards der deutschen Krankenhäuser halten können. Eine echte Reform muss für die Krankenhäuser Entlastungen bieten.

Baehr erzählte mir außerdem, dass heute bereits die niedersächsischen Krankenhäuser deutlich schlechter vergütet werden als die Krankenhäuser anderer Länder. Sie führte aus, dass ihre Klinik unter anderem im Wettbewerb mit den Bremer Krankenhäusern stehe, die aber einen ganz anderen Landesbasisfallwert haben. Diese Werte müssten viel schneller angeglichen werden. Würde die Aller-Weser-Klinik den Basisfallwert von Bremen bei der Berechnung anlegen, würde sie zum Beispiel bei einem Knieprotheseneingriff knapp 150€ mehr bekommen. Die Verluste, die so entstehen, kumulieren sich jährlich auf mehrere hundert tausend Euro. Geld, das das Krankenhaus, nach meiner Überzeugung, dringend braucht.

Außerdem bin ich der Meinung, dass das Land sich endlich seinen Aufgaben stellen und den entstandenen Investitionsstau abtragen muss. Derzeit werden jährlich 240 Millionen Euro eingesetzt. Nach meinem Dafürhalten müssten diese Mittel auf 480 Millionen Euro verdoppelt werden. Außerdem kann ich mir nach wie vor einen Neubau im Landkreis Verden vorstellen, wenn die Städte und Gemeinden an einem Strang ziehen würden. So könnte man eine wohnortnahe Versorgung gewährleisten.

Ich bin zwar kein Gesundheitspolitiker, dennoch setze ich mich für die Krankenhäuser in meinem Wahlkreis ein. Eine gute Krankenhausversorgung mit genügend Stellen und ausreichenden Finanzmitteln ist für uns alle wichtig, egal ob jung oder alt, darum bin ich der festen Überzeugung, dass unsere Krankenhäuser ausreichend finanziert werden müssen und werde mich daher bei Gesundheitsminister Gröhe für eine Nachbesserung des Gesetzes einsetzen.

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