Mattfeldt fordert Technologie-Cluster im Norden

5. August 2026
Pressespiegel

Mattfeldt fordert Technologie-Cluster im Norden

Bundestagsabgeordneter: Andernfalls werden Milliarden an der Region vorbei investiert / Gemeinsames Vorgehen des niedersächsischen Umlandes mit Bremen angeregt

Berlin/Verden. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt warnt davor, dass der Wirtschaftsraum Niedersachsen/ Bremen bei den derzeitigen Milliardeninvestitionen in die Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie den Anschluss verlieren könnte. Nach seiner Einschätzung fehlen sowohl im Bremer Umland als auch im Stadtstaat selbst kurzfristig verfügbare, großflächige Industrie- und Gewerbeflächen für Neuansiedlungen und Erweiterungen bestehender Unternehmen.

„Beim Land Niedersachsen gibt es offenbar nicht einmal ein wirkliches Konzept, wie es andere Bundesländer längst entwickelt haben. Bremen hebt die Hände, und viele Kommunen im Bremer Umland verschlafen diese Entwicklung offensichtlich“, kritisiert der Haushaltspolitiker, der im Bundestag unter anderem für Milliardeninvestitionen im Verteidigungs- und Raumfahrtbereich verantwortlich ist.

„Wir haben in Niedersachsen und Bremen eine einzigartige Konzentration von Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Schiffbau sowie Verteidigung. Diese Branchen wachsen derzeit rasant“, erläutert Mattfeldt. „Die Unternehmen benötigen kurzfristig große, erschlossene Industrieflächen für ihre Zukunftspläne. Wenn sie diese hier nicht finden, werden neue Standorte und damit auch neue Arbeitsplätze in andere Regionen Deutschlands verlagert.“

Gleichzeitig beklagten viele Kommunen fehlende Gewerbesteuereinnahmen. Für Mattfeldt ist das ein Widerspruch: „Wie sollen zusätzliche Einnahmen entstehen, wenn Städte und Gemeinden nicht rechtzeitig Gewerbeflächen ausweisen und vorsorgen? Auch in meiner Heimatgemeinde Langwedel gibt es ein Industriegebiet direkt an der von mir durchgesetzten Autobahnanschlussstelle. Mögliche Erweiterungen obwohl planerisch im Flächennutzungsplan von mir seinerzeit als Langwedeler Bürgermeister umgesetzt, sind bis heute nicht erfolgt. Das halte ich für einen Skandal.“

Der Bundestagsabgeordnete regt deshalb einen Schulterschluss zwischen Bremen und den umliegenden niedersächsischen Kommunen an. Vorbild könnten Regionen wie der Großraum München sowie Technologiecluster in Sachsen und Thüringen sein.

„Mit den Verantwortlichen dort stehe ich als Haushaltspolitiker regelmäßig im Austausch. Aus Niedersachsen meldet sich dagegen niemand, dort schläft man tief und fest, sagt Mattfeldt. „Wir brauchen auch hier einen leistungsfähigen Technologie-Cluster mit Kommunen, die bereit sind, für die Zukunft vorzusorgen.“

Nach seiner Einschätzung sei der Handlungsdruck groß: „Andernfalls werden die stark wachsenden Unternehmen ihre Milliardeninvestitionen an unserer Region vorbeilenken und neue Arbeitsplätze andernorts schaffen. Das kann weder im Interesse der Bürgerinnen und Bürger noch der gesamten Wirtschaftsregion sein. Wir brauchen endlich Vorfahrt für die Wirtschaft.“

Mattfeldt fordert deshalb, das Thema bei den anstehenden Kommunalwahlen im Bremer Umland offensiv zu diskutieren.

Als aktuelles Beispiel nennt der Abgeordnete den Bremer Satellitenhersteller OHB. Das Unternehmen suche seit Längerem nach geeigneten Erweiterungsflächen im unmittelbaren Umfeld Bremens. Da entsprechende Angebote bislang offenbar nicht verfügbar seien, werde inzwischen über Standorte in anderen Bundesländern nachgedacht.

„Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre das ein Armutszeugnis für die gesamte Region. Gerade jetzt, wo der Bund Milliarden in Zukunftstechnologien investiert, dürfen wir diese einmalige Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen“, mahnt Mattfeldt.