Des Wartens müde

Bahnübergang Oldenbüttel: CDU Hambergen drängt auf Brückenbau / Bürgerinformation am Mittwoch

VON BRIGITTE LANGE

Hambergen.Arend Wehmann, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Hambergen, ist des Wartens müde. Bereits am 30. Juli 2015 hatten die Ratsmitglieder der Gemeinde Hambergen einstimmig ihren Bürgermeister Gerd Brauns (SPD) beauftragt, die Möglichkeiten zum Bau einer Bahnüberführung in Oldenbüttel abzuklären. Brauns und die Verwaltung sollten das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen, Informationen zusammentragen und alles für die Beantragung eines Planfeststellungsverfahrens vorbereiten. Auch die Bürger sollten auf diesem Weg mitgenommen werden. Auf Ergebnisse wartet Wehmann bis heute. Deshalb sind er und Reiner Katz, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes, nun selbst aktiv geworden. Für den 18. Mai laden sie im Namen ihrer Partei zur Bürgerinformation in den Gasthof Zum Waldkrug nach Oldenbüttel ein. Als Experte nimmt der Generalbevollmächtigte der Bahn für Niedersachsen und Bremen, Ulrich Bischopping, an dem Abend teil. Beginn: 18.30 Uhr.

Initiatoren hoffen auf viele Teilnehmer

Wunschdatum für die Veranstaltung sei eigentlich der April gewesen; das klappte aber aufgrund der Terminfülle bei Bischopping nicht. Wehmann, Katz und der CDU brennt die Zeit auf den Nägeln. Ihr Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt hatte bei einem Ortstermin 2015 mit Blick auf die gute Finanzlage des Bundes darauf hingewiesen, dass „die Zeit für einen solchen Antrag nie so günstig war wie jetzt“. Schließlich müssen sich Bahn, Bund und Landkreis die Kosten für eine solche Überführung teilen. Und da Oldenbüttel nicht der einzige Bahnübergang im Landkreis ist, der für eine Überführung in Betracht kommt – Wehmann verweist auf die Fergersberger Straße in Ritterhude, die Bremer Straße in der Kreisstadt und Lübberstedt –, wollen die Christdemokraten Nägel mit Köpfen machen. Gemäß dem Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Außerdem würden sie nicht über ein Projekt sprechen, das in drei Jahren umgesetzt sei. Wehmann und Katz rechnen mit bis zu 20 Jahren.

Arend Wehmann selbst ist an dem Thema bereits seit sechs Jahren dran. Der erste Antrag wurde mit Verweis auf den damals anstehenden Umbau der Bahnsteige und Fahrradstellplätze zurückgewiesen. Eins nach dem anderen, hieß es. Weitere Anträge habe er nur mündlich gestellt. Damals saß er als CDU-Fraktionsmitglied noch im Samtgemeinde- und im Gemeinderat von Hambergen. Seit November 2015 ist er jedoch ohne Mandat. Gut ein Jahr vor den Kommunalwahlen hatte er Platz für Jüngere gemacht. Aber der Bau der Bahnüberführung ist ihm eine Herzensangelegenheit. In seinen Zeiten als aktiver Feuerwehrmann habe er selbst bei einer Einsatzfahrt nach Kiebitzsegen in Oldenbüttel vor geschlossenen Schranken gestanden. „Das sind wertvolle Minuten, die da verloren gehen“, sagt er. Und die Zahl der Züge, die dort täglich durchrauschen, steige. Folglich bliebe der Bahnübergang immer öfter geschlossen.

Katz hat sich die Zahlen angesehen. Zahlen, die für den Bau der Überführung über die Bahnstrecke Bremen – Bremerhaven im nahen Stubben bereits erstellt wurden. „Unterwegs biegen die Züge ja nicht ab“, argumentiert er. Entsprechend müsste die gleiche Zahl Züge durch Oldenbüttel rollen. Demnach werde davon ausgegangen, dass in einigen Jahren die Frequenz auf der Strecke auf über 300 Züge am Tag steige. „Geht man nur von 250 Zügen am Tag aus und davon, dass für jeden die Schranken vier Minuten geschlossen bleiben, wäre der Übergang 1000 Minuten am Tag zu – bei 1440 Minuten die ein Tag hat.“

Für Wehmann und Katz führt daher kein Weg am Bau einer Überführung vorbei. Die Bedenken, die Teile des Rates ins Feld geführt hatten, teilen sie dabei durchaus. Natürlich dürfe der Bau nicht dazu führen, dass der Bahnübergang am Bahnhof in Oldenbüttel komplett geschlossen und die Zuggäste den Weg über die entfernter liegende Überführung nehmen müssten. Um von einem Gleis zum anderen oder vom Parkplatz zum Gleis zu gelangen, müssten sie dann nämlich gut eine Kilometer zu Fuß gehen. Das wäre ein Schildbürgerstreich. Das dürfe aber trotzdem kein K.o.-Kriterium sein, meinen die CDU-Mitglieder. Schließlich könnte der Bahnübergang in Oldenbüttel für Fußgänger offen bleiben. Darüber müsste mit der Deutschen Bahn verhandelt werden. Im Gegenzug könnte Hambergen sich mit der Schließung des Übergangs am Ziegeleiweg oder am Rollbaumsberg einverstanden erklären. Alternativ könnte Katz sich auch einen Fahrstuhl am Bahnhof Oldenbüttel vorstellen. „Das ist eine rein technische Frage“, meint er und findet, dass sich der Rat von solchen Details nicht abhalten lassen sollte, das Vorhaben anzugehen. Wehmann betont: „Ich habe das Gefühl, uns rennt die Zeit davon.“ Er und Katz hoffen, dass viele Bürger, Verwaltungsvertreter und Ratsmitglieder von Gemeinde und Samtgemeinde die Info-Veranstaltung nutzen werden.

aus OHZ-Kreisblatt vom 17.05.2016

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