Entwarnung auf Z1

RWE Dea und Sachverständiger erklären Politikern Sanierungskonzept nach Leckage auf Erdgasförderstelle

Von Anke Landwehr

Wohl doch nicht so schlimm wie befürchtet. Mit diesem Gefühl endete für Bürgermeister Andreas Brandt, den CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt und den Völkerser Ortsrat gestern ein Ortstermin auf der Erdgasförderstelle Z1, wo am 22. August benzolhaltiges Wasser in unbekannter Menge ausgetreten war. Die RWE Dea hatte gleich fünf Mitarbeiter und einen Gutachter aufgeboten, um Vorfall und Beseitigung des Schadens zu erläutern.
 Langwedel-Völkersen. Da, wo am 22. August bei einem Kontrollgang die Leckage entdeckt worden war, sahen die Gäste nur noch einen sich über Asphalt ringelnden, in die Erde verschwindenden Schlauch. Über ihn wird aus fünf, sechs Metern Tiefe kontaminiertes Grundwasser abgepumpt. Der durchschnittliche Wert des Benzolgehalts liege derzeit zwischen 2000 und 3000 Mikrogramm pro Liter, so Ulrike Markwardt. Die Umweltingenieurin in Diensten der RWE Dea war zusammen mit Uwe-Stephan Lagies, dem Leiter der Unternehmenskommunikation des Energiekonzerns, und Pressesprecher Derek Mösche aus Hamburg gekommen.

Filteranlage im Bau Während sich auch der Leiter des Förderbetriebs Niedersachsen, S.en Burmester, und Betriebsführer Stephan Schulz bemühten, den Laien die Vorgänge zu erklären, werkelten im Hintergrund Männer am Aufbau einer Filteranlage. Bisher wird das kontaminierte Wasser noch abgefahren, ab nächster Woche sollen die Schadstoffe direkt an Ort und Stelle mittels Aktivkohlefilter ausgewaschen werden.

Das gereinigte Wasser wird dann in ein direkt daneben angelegtes Sickerfeld geleitet. Dass es von dort in einen nahe gelegenen Graben gelange, sei ausgeschlossen, so die RWE Dea-Vertreter, und Hanno Paetsch bestätigt das. Der Geologe vom Institut für Geologie und Umwelt, ein vereidigter Sachverständiger für Altlastuntersuchung und -sanierung, hat das Konzept für die Behebung des Schadens ausgearbeitet. Nach seinen Berechnungen ist er beseitigt, wenn die jetzt noch täglichen Messungen einen Benzolwert von zehn Mikrogramm/Liter ausweisen, die Behörden verlangen fünf Mikrogramm. Wann dieses Ziel erreicht sei, könne er schlecht vorhersagen, so Paetsch, “vielleicht in 18 Monaten, vielleicht schon in einem dreiviertel Jahr”.
Auf Fragen nach weiteren Schadstoffen gaben die Experten unisono beruhigende Antworten. Das sogenannte Lagerstättenwasser enthalte zwar Quecksilber, das bei der Erdgasförderung aber in entsprechenden Behältern gleich abgeschieden werde. In den Proben des kontaminierten Grundwassers seien davon “nur geringe Spuren” gefunden worden. “Und Radium kommt in diesem Feld praktisch nicht vor”, so Betriebsführer Schulz und Umweltingenieurin Markwardt.

Ortsbürgermeister Hermann Heimsoth verlangte, auch im weiteren Kreis Proben zu ziehen. Betriebsleiter Burmester: “Können wir machen.” Eine Notwendigkeit dafür sah er nicht. Nachdem die RWE Dea aber viel Schelte hatte einstecken müssen, weil sie nur die zuständigen Behörden über die Leckage verständigt hatte, will sie nun wieder Boden gutmachen. Für die Informationsveranstaltung, zu der Bürgermeister Andreas Brandt nach Völkersen einladen will, wird noch ein passender Termin gesucht.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Verden Stadt und Land Seite: 3 Datum: 17.11.2011

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