Er kam, sprach und begeisterte

Jan Fleischauer in Lilienthal und Dauelsen  zu Gast

Fleischhauer KAS 012Humorvoll, feinsinnig oder auch ein wenig provokativ – diese Attribute galten am Montag in meinem Wahlkreis gleich zweimal einem Mann, der zuerst in den Räumen der Lilienthaler Kunststiftung in Trupe und später im Festsaal des Eichenkrugs in Dauelsen seine gespannt lauschenden Zuhörer begeisterte. Jan Fleischauer, langjähriger Redakteur beim Spiegel in Berlin, ist inzwischen zahlreichen Menschen nicht nur als Journalist des Nachrichtenmagazins oder durch seine Teilnahme an verschiedenen Talkshows bekannt, sondern der gebürtige Hamburger hat sich unter anderem mit seinen beiden Büchern  „Unter Linken“ und „Der schwarze Kanal“ einen Namen innerhalb der politischen Literatur gemacht. Und schließlich sind es seine mit spitzer Feder formulierten Kommentare und Kolumnen im Spiegel, die das große Interesse seiner Leserschaft an der von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierten Veranstaltung bereits im Vorfeld geweckt hatte.

Und sie wurde nicht enttäuscht. Denn was sie zu hören bekam, war keine an den Büchern orientierte Autorenlesung. Es war vielmehr die Exkursion eines Mannes in bundespolitische Gefilde, der dabei sehr schnell klar machte, dass er sich durchaus als Kenner „der Linken“ bezeichnen darf. Apropos Linke: Dabei ging es ihm nicht um die gleichnamige Partei, sondern vielmehr um die linken Tendenzen bei den Grünen und innerhalb der SPD.

 „Ich kann von mir sagen, ich kenne mich aus mit den Linken, ich habe mein halbes Leben unter ihnen verbracht. Meine Eltern“, so erfuhr es das Publikum, „waren links, die Schulkameraden und die Mehrzahl meiner Lehrer, die Kommilitonen an der Universität und natürlich alle Professoren auch.“ Und die meisten seiner Kollegen, so ließ uns Jan Fleischauer wissen, seien es noch heute. Er gehöre, auch wenn er keiner Partei angehöre, schon zu einer Minderheit in der journalistischen Landschaft.

Fleischauer erinnerte daran, dass, dort wo er aufgewachsen sei, eben alle links gewesen sind. Allerdings hätten in seiner Nachbarschaft damals wohl auch einige Unionsanhänger gewohnt, was man an den jeweiligen Wahlergebnissen hätte ablesen können. Die SPD sei in seiner Familie weit mehr als ein Zusammenschluss Gleichgesinnter gewesen. Sie habe vielmehr als eine Art „politische Heilsarmee“ gegolten. Geschadet hätten ihm diese Erlebnisse und Einstellungen aber nicht. Dazu Fleischauer am Montag wörtlich: „Es trainiert einen von klein auf wachsam zu sein gegen moralische Fallstricke.“

Wie wachsam Jan Fleischauer bisher war und immer noch ist, bewies er durch einige ausgesprochen humorvolle Beispiele aus der linken Politik, die seine Zuhörer  begeisterten. Das Fazit: Für uns alle waren es ebenso unterhaltsame wie interessante Stunden, die sicher nicht so schnell vergessen werden.

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