„Ich lasse hier einfach die Seele baumeln“

Bei einem Spaziergang durch den Sachsenhain kommt Andreas Mattfeldt zur Ruhe und tankt Kraft zwischen Terminen. Der Bundestagsabgeordnete kennt den Sachsenhain noch aus Kindheitstagen.
VON MICHAEL KERZEL

Verden. Vögel zwitschern und Blätter rascheln im Wind. Blüten segeln gen Erdboden. Einzelne Windstöße erhöhen kurzzeitig das Grundrauschen. Im Sachsenhain hört man nur die Natur. „Für mich ist das hier eine Oase der Ruhe“, sagt Andreas Mattfeldt (CDU). Der Bundestagsabgeordnete erinnere sich immer an seine Kindheit, wenn er durch den Sachsenhain spaziere. „Ich war früher schon ein Naturkind. Der Baumbestand hat mich damals beeindruckt.“

Heute nutze er die Zeit zwischen Terminen in der Region, um entlang der rund 4 500 Findlinge zu spazieren. „Hier trifft man nur ab und zu mal jemanden, der mit seinem Hund Gassi geht und kann ansonsten abschalten“, erklärt er. Der Ort liege etwas außerhalb der Stadt, weswegen er sich hier eine Auszeit nehmen und den Akku aufladen könne. „Ich lasse hier einfach die Seele baumeln, gehe meine Runde und schaue von der Brücke aus in die Natur.“

Auf diese Weise komme er zur Ruhe und könne sich besinnen, bevor er wieder zu einem Termin aufbreche. Kein Autolärm stört seine Ruhe. Lediglich die Kinder der Evangelischen Jugend – die hier ein Gebäude betreibt – steigern den Geräuschpegel kurzfristig. Sie laufen über die Wege des Sachsenhains. Mattfeldt grüßt die Kinder, plaudert kurz mit ihnen, stützt sich dann auf das Brückengeländer und blickt das Flussbett entlang. „Es gibt viele schöne Orte im Landkreis, aber im Sachsenhain bin ich am liebsten“, sagt er.

In dem eigentlich friedlichen Naturraum in Dauelsen begannen die Nationalsozialisten 1934, ein Jahr nach der Machtübernahme Adolf Hitlers, eine nationale Gedenkstätte zu errichten. Laut NS–Propaganda soll der Frankenkönig Karl 4 500 Sachsen beim sogenannten „Verdener Blutgericht“ an diesem Ort ermordet haben. Beim Sachsenhain handelt es sich jedoch nicht um einen frühmittelalterlichen Versammlungsplatz, und er hat auch sonst keine historische Bedeutung.

Der Sachsenhain ist ein Beispiel für den Versuch der Nationalsozialisten, die Geschichte umdeuten zu wollen. An dem Spazierweg über das rund 15 Hektar große Gelände, stehen Tafeln, die sowohl über die Vergangenheit als auch über die Gegenwart informieren.

In der Serie „Mein Lieblingsort“ stellen Persönlichkeiten aus dem Landkreis den Ort vor, an dem sie am liebsten ihre Zeit verbringen. Das können Gebäude, versteckte Ecken oder großflächige Naturräume sein. Heute: Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt (CDU) im Sachsenhain.

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