Lückenlose Aufklärung von der RWE Dea gefordert

Wie viele Bürgerinnen und Bürger aus Völkersen und Umgebung bin auch ich besorgt aufgrund des Austritts von benzolhaltigem Wasser ins Erdreich beim Erdgasförderwerk der RWE Dea in Völkersen.

Ich bin bezüglich des zur Erdgasgewinnung genutzten Fracings und eventuellen Gefahren für die Umwelt bereits seit längerem in Kontakt mit der RWE Dea. Der Austritt von Benzol lässt sich in diesem vor kurzem bekannt gewordenen Fall wohl nicht in direktem Zusammenhang mit einem Fracing-Vorgang stellen und auch denke ich grundsätzlich, dass Erdgas dort gefördert werden muss, wo es vorkommt, um unseren Energiebedarf langfristig sicher zu stellen.  Allerdings, und das sage ich in aller Deutlichkeit, muss hierbei auch immer die Sicherheit einer solche Anlage oberste Priorität haben und die Fragen der Bevölkerung aufrichtig beantwortet werden. Die Informationspolitik der RWE Dea ist aber aus meiner Sicht nicht hinnehmbar.

Ich habe daher an Thomas Rappuhn, Vorstandsvorsitzender bei der RWE Dea, unten stehendes Schreiben mit der Bitte um lückenlose Aufklärung verschickt. Er hat daraufhin bereits geantwortet und die Bereitschaft der RWE Dea signalisiert, Klarheit zu schaffen.

Sehr geehrter Herr Rappuhn,

ich bitte Sie umgehend um einen Bericht bezüglich der jüngsten Vorfälle bei der Erdgasförderstelle Z1 der RWE Dea in Völkersen. Ich möchte Sie hier um lückenlose Aufklärung bitten.

Vor allem würde ich gerne von Ihnen erfahren, warum die Anwohner von Ihnen nicht informiert wurden und immer noch nicht informiert werden. Dabei kann ich die Begründung von Betriebsleiter Burmester, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe, nicht gelten lassen. Gerade dann, wenn keine Gefahr bestand, hätten Sie die Betroffenen informieren müssen. Jetzt steht der – möglicherweise auch politisch motivierte – Vorwurf im Raum, die RWE Dea vertusche hier Probleme. Dieser Verdacht kommt bei mir allerdings mittlerweile auch auf, wenn ich den Hintergrundinformationen, die der Gemeinde Langwedel von der RWE Dea zur Verfügung gestellt wurden, entnehme, dass die in den Medien genannte Belastung von 3.000 Milligramm pro Liter „um das 1.000fache zu hoch“ sei. In den Medien wurde für die Behauptung immerhin noch ein unabhängiges Gutachten (leider ohne Namensnennung des Gutachters) zitiert. In Ihrer Hintergrundinformation wurde diese Zahl ohne jegliche Begründung als falsch zurückgewiesen. Da kommen bei mir doch erhebliche Zweifel auf, ob hier wirklich mit offenen Karten gespielt wird.

Eine derartige Informationspolitik halte ich für nicht zielführend. Die RWE Dea ist sich doch wohl hoffentlich den Ängsten in der Bevölkerung bewusst und deshalb müsste es in Ihrem ureigensten Interesse liegen, diese Ängste direkt an der Wurzel zu bekämpfen. Deshalb bitte ich Sie inständig um vollständige und ehrliche Aufklärung. Aufgrund dieser Vorkommnisse bzw. der nicht erfolgten Kommunikation werden die Ängste in der Bevölkerung verstärkt und die ablehnende Haltung dem Fracking gegenüber noch erhöht.

Ich halte das Fracking grundsätzlich für einen notwendigen Vorgang, um Erdgas zu fördern. Jedoch muss gerade ich als Bundestagsabgeordneter mich fragen, ob genügend Mechanismen zum Schutz der Bevölkerung vorhanden sind. Ich werde diesbezüglich in den nächsten Wochen Gespräche mit den von diesem Thema betroffenen Bunds- und Landesministern suchen. Wenn die bisher vorgesehenen Verfahren nicht ausreichen und von Ihrer Seite weiterhin so agiert wird wie bisher, müssen wir prüfen, ob nicht andere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen werden können und müssen.

Sehr gerne höre ich diesbezüglich von Ihnen und bin mir sicher, dass Sie gerne zu einer lückenlosen Aufklärung der Vorfälle beitragen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Andreas Mattfeldt

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