„Postkatastrophe“ in Osterholz und Verden: Post unter Beobachtung der Bundesnetzagentur nach Mattfeldt-Intervention
Aufgrund anhaltender Probleme bei der Postzustellung in den Landkreisen Verden und Osterholz hat sich der heimische Abgeordnete Andreas Mattfelfdt erneut an die Bundesnetzagentur (BNetzA) gewandt. Gegenüber der Aufsichtsbehörde gesteht die Deutsche Post AG Störungen ein.
Zu spät zugestellte Briefe, Mahnungen, die vor den eigentlichen Rechnungen eintreffen, oder sogar vollständig verschwundene Sendungen: Mit solchen Problemen sehen sich viele Bürgerinnen und Bürger in Osterholz und Verden seit Monaten konfrontiert. Die Folgen reichen dabei weit über bloße Unannehmlichkeiten hinaus und können im Einzelfall auch finanzielle Nachteile verursachen.
Mattfeldt hatte deshalb bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, über die Missstände informiert und um eine Stellungnahme gebeten.
In ihrer Antwort bestätigt die Deutsche Post AG nun gegenüber der Bundesnetzagentur, dass es in den Zustellbereichen Verden und Osterholz-Scharmbeck zu spürbaren Störungen gekommen sei. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem einen außergewöhnlich hohen Krankenstand sowie witterungsbedingte Einflüsse im Januar und Februar 2026. Dadurch hätten teilweise Zustelltouren nicht vollständig besetzt werden können, was zu Zustellabbrüchen und mehrtägigen Verzögerungen geführt habe.
Für Mattfeldt greift diese Erklärung jedoch zu kurz. Die Probleme bestünden bereits deutlich länger als nur seit dem Winter 2025/26. Zudem habe die Post in der Vergangenheit wiederholt Verbesserungen angekündigt, ohne dass sich die Situation für die Bürgerinnen und Bürger spürbar verändert habe.
Andreas Mattfeldt erklärt dazu:
„In drei Schreiben vom Januar 2025, August 2025 und nun Februar 2026 höre ich immer wieder, dass die Post das Problem erkannt habe und Maßnahmen ergriffen worden seien, sodass sich die Situation normalisiert habe. Die Menschen hier merken davon aber nichts.
Die Begründungen wirken auf mich eher wie Ausreden. In allen drei Schreiben wird etwa ein außergewöhnlich hoher Krankenstand angeführt. Wenn ein Krankenstand über ein Jahr anhält, ist er alles – aber nicht außergewöhnlich. Ein Unternehmen wie die Post muss dann wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen. Das ist nicht nur eine Frage unternehmerischer Verantwortung gegenüber den Kunden, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung. Auch andere Begründungen wie Witterungseinflüsse, Prime-Week oder Weihnachtsgeschäft überzeugen mich angesichts der langen Dauer der Probleme nicht.“
Nach Mattfeldts Intervention hat die Bundesnetzagentur angekündigt, die Qualität der Postzustellung in den Landkreisen Osterholz und Verden künftig besonders genau zu beobachten. Zudem wurde die Deutsche Post aufgefordert, ihre angekündigten organisatorischen Maßnahmen detailliert darzulegen und deren Wirkung nachzuweisen.
Der Abgeordnete bewertet dieses Vorgehen grundsätzlich positiv, erwartet aber weitere Schritte, sollte sich die Situation nicht verbessern:
„Die Bundesnetzagentur hat eine besondere Beobachtung der Zustellung in Osterholz und Verden angekündigt und die Deutsche Post zu konkreten Gegenmaßnahmen aufgefordert. Ich erwarte aber auch, dass bei anhaltenden Problemen Sanktionen verhängt werden. Diese Möglichkeiten hat der Gesetzgeber bewusst geschaffen. Wenn sich die Situation nicht spürbar verbessert, werde ich dies auch gegenüber BNetzA-Präsident Klaus Müller einfordern.“