Seit gestern rollen Autos über die Stabbogenbrücke

Neue Überführung über den Weserkanal feierlich eingeweiht / Insellage beendet

Hagen-Grinden. Gestern um 17 Uhr fuhren die ersten Autos über die neue Stabbogenbrücke, die Hagen-Grinden über den Langwedeler Schleusenkanal hinweg mit Etelsen verbindet. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hatte das 4,6 Millionen Euro teure, allein vom Bund finanzierte Bauwerk kurz zuvor offiziell freigegeben. Damit ist die „Insel“ Hagen-Grinden nicht länger vom „Festland“ abgeschnitten.

Besonders sein Parteifreund, der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt aus Langwedel, habe ihm auf den Füßen gestanden, damit die baufällige alte Spannbetonbrücke rasch beseitigt und an ihrer Stelle zügig ein Neubau errichtet wird, berichtete Ferlemann bei der Feierstunde an der neuen Brücke. Bei Besuchen des „herrlichen Flecks Erde hier“ habe er selbst festgestellt, wie nötig ein zügiges Vorgehen in dieser Angelegenheit ist.

Die neue Stabbogenbrücke, mit der die beauftragten Firmen erstklassige Arbeit abgeliefert hätten, sei auf eine „Normhöhe von 5,25 Metern“ gehoben worden, um zweilagigen Containerverkehr zu ermöglichen, erläuterte der Staatssekretär. Die Güterschifffahrt auf der Weser und damit auch auf dem Weserkanal werde in den nächsten Jahren und Jahrzehnten um das Zwei- bis Dreifache zunehmen, sagte er voraus.

Auch Ingelore Hering, Präsidentin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte, unterstrich gestern die Bedeutung dieser Wasserstraße. Mit dem Schleusenausbau in Dörverden und Minden könnten von 2014 an auch 110 Meter lange Großmotorschiffe die Strecke befahren. Die „Brücke 59“ sei eine der „vielen Sorgenkinder“ gewesen, denn von den 1 700 Überführungen an deutschen Flüssen und Kanälen sind laut Hering eine Menge baufällig.

Bei dem Projekt, lobte Landrat Peter Bohlmann, hätten die beteiligten Behörden, darunter das Wasserstraßen-Neubauamt in Helmstedt und das Wasser- und Schifffahrtsamt in Verden, hervorragend zusammengearbeitet. In den gut 15 Monaten des Brückenabrisses und des Neubaus seien die Hagen-Grindener nur über große Umwege ans Ziel gelangt, erinnerte er an die Umleitungen über Baden und Daverden.

Die 169 Einwohner und die Betriebe hätten es künftig wieder einfacher, meinte Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt. „Die Menschen hier haben den Wert der Brücke gespürt.“ Und Glück gehabt, dass das marode Bauwerk, an dem bereits 2007 gefährliche Korrosionsschäden festgestellt worden seien, „nicht vorzeitig gesperrt wurde“.

Jörn Spieker, der für die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Fritz Spieker und Niesky sprach, hob die „positive Stimmung“ bei den vielen Schaulustigen während der Bauarbeiten hervor. Die moderne Stahlkonstruktion mit einer Spannweite von 90 Metern werde 100 Jahre halten, versprach Spieker.· mm

V A Z 12 10 16 Einweihung Hane-Grinden

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft

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