Sommerreihe “Den Reichstag entdecken” – Teil 6

2012 07 26 Andachtsraum015Station 6: Andachtsraum

Ein kleines Schild am Eingang. „Andachtsraum“ steht darauf. Hinter den Türen verbirgt sich ein Ort der Ruhe und Meditation, der architektonisch und symbolisch dem übrigen Reichstagsgebäude gegenüber steht. Günther Uecker, ein bekannter deutscher Künstler, hat sich der Gestaltung dieses Raumes angenommen. Der Lichteinfall ist indirekt und steht damit im Kontrast zu Fosters lichtdurchflutetem Bau. Der Andachtsraum ist interkonfessionell, das heißt, alle Weltreligionen sind nicht nur herzlich willkommen, sondern auch auf künstlerische Weise in das Erscheinungsbild des Raumes eingebunden. Es gibt eine Steinkante, die gen Osten nach Jerusalem und Mekka zeigt, sowie ein Holzkreuz zum Aufstellen. Im Vorraum zeigt eine kleine Vitrinenausstellung liturgische Gegenstände der einzelnen Religionen.

Hier werden Morgenandachten abgehalten, von Abgeordneten selbst, von geladenen Pfarrern oder Rabbinern, bevor das Plenum donnerstags und freitags beginnt. Natürlich macht nicht jeder Abgeordnete von diesem Angebot Gebrauch, aber dennoch: diese besondere Ruhe, die einen erfüllt, sobald man den Andachtsraum betritt, hilft gerade vor folgenschweren Entscheidungen, wie zum Beispiel für oder gegen einen Einsatz unserer Bundeswehr in Afghanistan,  sich zu sammeln.

Auffällig ist vor allem die Gestaltung sieben hoher Holzbildtafeln, die auf eindrucksvolle Weise berühren. Die Kreuzigung Christi und seine Auferstehung sind beispielsweise Thema der zwei Kopftafeln. Nägel, Sand, Asche, Steine und Farbe werden verwendet und es entsteht eine einnehmende Atmosphäre. Dass es vielen so geht, erkennt man an den zahlreichen Nachfragen der Besucher. Diese Kunstwerke erregen Aufmerksamkeit.

Apropos Kunst… Kunst findet sich im gesamten Gebäude wieder, Skulpturen, Malereien, abstrakte Kunst, darstellende Kunst. Zu viel, um all das hier aufzuführen. An einem Kunstwerk aber, das in direktem Zusammenhang mit unserem demokratischen Werteverständnis steht, dürfen wir nicht einfach so vorbei gehen. Dem Garten der Bevölkerung.

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