Sommerreihe “Den Reichstag entdecken” – Teil 7

2012 07 26 Reichstag 005 Station 7: Der Garten der Bevölkerung

Bei der Umgestaltung des Reichstages gab es mehrere Kunst-am-Bau-Projekte. Kunst, die in die Architektur integriert wurde, mit ihr korrespondiert, sie ergänzt. Das letzte Projekt dieser Art, das eingebracht wurde, war das Werk „DER BEVÖLKERUNG“ des Künstlers Hans Haacke. Dabei handelt es sich um einen kleinen Garten, eingefasst in einen Steinrahmen, im Innenhof des Reichstages. Die Idee dahinter ist so simpel und genial zugleich: Abgeordnete brachten mit dem Umzug von Bonn nach Berlin (und noch bis heute) Erde aus ihren Wahlkreisen mit und ergänzten das Blumenbeet mit dieser. Inmitten der Pflanzen, Sträucher und Bäume aus ganz Deutschland, die dort inzwischen gewachsen sind, prangt der Schriftzug „DER BEVÖLKERUNG“. Die Schriftart ist die gleiche wie die der Inschrift „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ über dem Haupteingang des Reichstages  und steht auch in direkter Verbindung zu dieser. Die Idee dahinter ist, das Reichstagsgebäude als Symbol des demokratischen Parlaments der Bundesrepublik nicht nur dem deutschen Volke, sondern eben der deutschen Bevölkerung zu widmen. Wie so vieles, wurde auch dieses Kunstwerk kontrovers diskutiert. So vertraten manche Abgeordnete die Meinung, es würde die Grundsätze unserer Verfassung entkräften, weil es wie eine Korrektur der Giebelinschrift anmutete. Die Vertreter der gegensätzlichen Meinung setzten sich aber am Ende durch. Sie sagen, der Garten “DER BEVÖLKERUNG” sei eine sinnvolle Ergänzung zur Giebelinschrift. Besonderes Highlight: Unter www.derbevölkerung.de lässt sich nicht nur nachlesen, welche Politiker ein bisschen Erde per Auto, Bahn oder Flugzeug quer durch Republik bis nach Berlin transportiert haben, sondern auch per Webcam der aktuelle „Pflanzenstand“ nachschauen.

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