Streit um Erdbebenschäden

VON MICHAEL KERZEL
Langwedel. „Die Bürger fühlen sich allein gelassen, wenn es um die Erdbebenschäden in der Region geht“, erklärte jetzt Andreas Mattfeldt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete warf der Gemeindeverwaltung Langwedels in einer Pressemitteilung vor, sich nicht um die Belange der Bürger zu kümmern. Bei einem Stammtisch im April hatten die Teilnehmer Fragen formuliert, bei denen es um Gebäudeschäden in Langwedel ging, die von einem Erdbeben verursacht wurden, das möglicherweise durch Gasbohrungen ausgelöst wurde. „Die Gemeinde steht nicht hinter den Betroffenen“, meinte Mattfeldt. Es wäre einfach gewesen, die Fragen zu beantworten, doch Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt (SPD) „verschanzt sich hinter rechtlichen Vorschriften, um nicht antworten zu müssen“.

Brandt ließ allerdings die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. „Ich werde es als Chef der Behörde nicht zulassen, dass meine Mitarbeiter zu Unrecht diffamiert werden“, sagte er dem ACHIMER KURIER. Ein als „Resolution der vom Erdbeben Betroffenen an die Gemeinde Langwedel“ betiteltes Fax aus dem Bundestagsbüro Mattfeldts habe zwei Unterschriftenlisten enthalten. Darauf seien, sagt Brandt, jedoch keine Anschriften vermerkt. Zudem seien einige Namen nicht zu entziffern gewesen. Daher sei unklar, welche Personen die Resolution verfasst hätten. „Die Kommunalaufsicht hat gesagt, dass dieses Schreiben nicht bearbeitungsfähig ist“, erklärte Brandt. Solange der Verfasser nicht klar zuzuordnen sei, könne er „nichts machen“. Verwaltungsrechtlich habe er keine andere Wahl und dürfe nicht auf die Fragen antworten. Sogar die Weiterleitung an die Gemeinderatsmitglieder sei verboten, da dafür die „Einverständniserklärungen der Unterschriftengeber“ notwendig seien.

Er forderte Mattfeldt daher unter anderem auf, mitzuteilen, welche Unterzeichner „Erdbebenschäden festgestellt“ haben und welche Unterzeichner „Erdbebenschäden gemeldet“ haben. Mattfeldt kritisierte, dass die Gemeinde immer nur auf Druck der betroffenen Menschen reagiere und nicht agiere.

Am Montag, 24. Juni, werden die Ergebnisse der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu den Erdbebenursachen vorgestellt. Die Veranstaltung im Gasthaus Klenke in Langwedel, Herrenkamp 2, beginnt um 19.30 Uhr. „Die Teilnehmer des Erdbebenstammtischs sind herzlich eingeladen“, sagt Brandt. Parallel zum Erdbebenstammtisch im April habe der Rat getagt, begründete Brandt seine Abwesenheit beim Stammtisch, zudem habe er keine Einladung erhalten.

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