Verden ganz im Fokus der CDU

Die Partei geht nach einem Tief mit viel Selbstvertrauen ins Kommunalwahljahr / Mohr bleibt Chef

Von Manfred Brodt
LANDKREIS. Mit starkem Selbstvertrauen und großer Geschlossenheit geht die Kreis-CDU in das Kommunalwahljahr und bestellte so auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag im Daverdener „Waldschlösschen“ ohne Diskussionen und Kampfabstimmungen ihre Führungsmannschaft neu. Auch der Vorsitzende Adrian Mohr wurde mit mehr als 90-prozentiger Mehrheit wiedergewählt.

Der Hoffungsträger der heimischen CDU ist ohne Zweifel ihr Verdener Bürgermeisterkandidat Dr. Heinrich Klopp („Bei meiner Doktorarbeit ist alles authentisch. Da müssen Sie nichts vergleichen. Und wenn es nicht von mir ist, habe ich es in Fußnoten angemerkt“). Der Bürgermeisterkandidat wurde bejubelt als Alternative zum Amtsinhaber Brockmann, der nicht ausgewogen und bei der Entwicklung Verdens zum europäischen Tierzuchtzentrum „kleinkariert“ sei. Ganz anders schätzt die CDU den der SPD angehörenden Landrat Peter Bohlmann ein. Sie schätzt ihn und hat deshalb auf einen eigenen Landrats-Kandidaten verzichtet. Allen, denen das als „Verrat an der schwarzen Seele“ nicht schmecke, hielten Adrian Mohr und der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Wilhelm Hogrefe, entgegen, dass erst das Land, dann die Partei komme und dass durch die Unterstützung des Landrats die Kreis-SPD „ihr einziges Zugpferd auf dem Stimmzettel“ verloren habe.

Die CDU ist vor der anstehenden Kommunalwahl optimistisch, hat sie laut Mohr doch mit 1100 Mitgliedern mehr als SPD, FDP, Grüne und Linke zusammen und mehr Mandatsträger als die kleinen Parteien Mitglieder.

Allerdings war die CDU auch, wie der Vorsitzende in seinem Rechenschaftsbericht verriet, im ersten Jahr der Regierung Merkel/Westerwelle durch ein tiefes Tal mit Parteiaustritten gegangen. Es sei falsch gewesen, bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen keine Entscheidungen in Berlin zu treffen, führte der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt als Begründung für die Krise an. Mit einer umfassenden Mitgliederbefragung und einer daraus folgenden Aktionswoche hatte sich die heimische CDU dann wieder „berappelt“.

Während der ausgeschiedene Schatzmeister Jürgen Weber einen glänzenden Kassenbericht mit Einnahmen von 79000 und Überschuss von 11000 Euro vorlegte, wartete der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Wilhelm Hogrefe mit einer Erfolgsbilanz in Euro-Millionen auf. Die Bahnüberführung Förth, die neue Autobahnanschlussstelle Langwedel-Daverden und das neue Polizeigebäude seien bedeutende strukturelle Verbesserungen. Mit Zuschüssen aus Europa beziehungsweise Konjunkturpaketen seien auf den Weg gebracht die Gewerbegebiete Achim-Ost, Ueser Feld, die Sanierung des Lintler Krugs in Kirchlinteln, der Deichbau im Aller-Weser-Dreieck, Schulbauten in Achim und Verden, der Ausbau der Niedersachsenhalle in Verden und die Überführung am Bahnhof in Dörverden. Der Schleusenneubau in Dörverden ermögliche Europaschiffen, von der Nordsee bis zum Mittellandkanal zu fahren. In Dörverden-Barme werde mit fünf Millionen Euro Fördergeldern das frühere Kasernengelände direkt an die Bahnstrecke Bremen-Hannover angebunden. Die Firma Wiebe wolle dort elf Millionen Euro investieren. Dadurch entstehe ein kreisweit einmaliger Standort mit Schienen-, Wasser- und Straßenanschluss.

Eine ganz andere Investition hatte dann Landtagsabgeordneter Axel Miesner verkündet: „Der Radweg an der Landesstraße von Embsen nach Oyten wird ab Mai gebaut und in diesem Jahr noch fertig.“

© 2009 Kreiszeitung Verlagsgesellschaft

 

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